Paula Dreyfuss lebte viele Jahre in Kalifornien und arbeitete zunächst im Finanzbereich, später als Lehrerin. Im Lauf der Zeit wurde ihr jedoch klar, dass ihr Einkommen im Ruhestand kaum für das Leben reichen würde, das sie sich wünschte.
Die steigenden Lebenshaltungskosten in den USA machten einen Neuanfang notwendig. Nach mehreren Überlegungen entschied sie sich für Portugal – obwohl sie das Land zuvor noch nie besucht hatte.
Umzug mit vier Koffern und einem Hund
Im Jahr 2021 erhielt Dreyfuss ein portugiesisches D7-Visum, das sich an Menschen mit regelmäßigem Einkommen richtet. Sie verkaufte ihr Haus in Kalifornien, trennte sich von einem großen Teil ihres Besitzes und reiste mit vier Koffern und ihrem Hund Charlie nach Europa.
Zunächst blieb sie einige Tage in Lissabon. Die Hauptstadt war ihr jedoch zu groß, zu voll und zu hektisch. Deshalb fuhr sie weiter nach Porto.
Die Stadt begeisterte sie sofort mit ihrer Architektur, der Nähe zum Meer und der offenen Atmosphäre. Innerhalb weniger Tage fand sie eine Wohnung und beschloss, dauerhaft zu bleiben.
Mehr Freizeit und geringere Kosten
Heute kann Dreyfuss nach eigener Einschätzung deutlich komfortabler leben als zuvor in Kalifornien. Sie geht regelmäßig essen, besucht Museen und Kinos und unternimmt Ausflüge in das Douro-Tal.
Auch Reisen nach Spanien, Frankreich oder in andere europäische Länder sind für sie erschwinglich geworden. Insgesamt schätzt sie die Lebenshaltungskosten in Portugal noch immer deutlich niedriger ein als in den USA.
Besonders wichtig ist ihr das Sicherheitsgefühl. Sie empfindet Porto als überschaubar, gut zu Fuß erkundbar und wesentlich angenehmer für abendliche Spaziergänge.
Auch mit dem portugiesischen Gesundheitssystem ist sie zufrieden. Sowohl die Kosten als auch die Qualität der Versorgung bewertet sie besser als in den Vereinigten Staaten.
Nicht alles ist einfacher
Ganz ohne Schwierigkeiten verlief der Neustart nicht. Vor allem das Bankwesen, der Immobilienkauf und die portugiesische Bürokratie stellten sie vor Herausforderungen.
Auch die Sprache fällt ihr weiterhin schwer. Zwar kann sie sich verständlich machen, doch schnelle Gespräche bereiten ihr noch Probleme. Für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung oder Einbürgerung absolvierte sie eine Sprachprüfung auf dem Niveau A2.
Portugal ist ihr Zuhause geworden
Dreyfuss lebt inzwischen seit fünf Jahren in Porto, besitzt dort eine Wohnung und vermietet eine zweite an eine Freundin. Sie hat einen neuen Freundeskreis aufgebaut und fühlt sich in Portugal angekommen.
Eine dauerhafte Rückkehr in die USA kann sie sich derzeit nicht vorstellen. Ihre Familie vermisst sie, doch Portugal bietet ihr die Sicherheit, Freiheit und Lebensqualität, die sie sich für ihren Ruhestand erhofft hatte.
Für sie ist der Umzug deshalb keine Flucht, sondern der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.
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