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Putin in Peking: Viel Freundschaft, wenig Pipeline

Sunriseforever (CC0), Pixabay
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Xi empfängt den Kremlchef pompös – doch wirtschaftlich bleibt China knallhart

Es klang fast wie ein romantisches Staatsbankett:
Russische Musik, rote Teppiche, warme Worte und jede Menge demonstrative Harmonie.

Als Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking gemeinsam durch die Große Halle des Volkes schritten, spielte sogar das russische Liebeslied „Moscow Nights“. Putin sprach von seinem „lieben Freund“, Xi von seinem „alten Freund“.

Die Botschaft sollte klar sein:
Moskau und Peking stehen Seite an Seite gegen den Westen.

Doch hinter der großen geopolitischen Inszenierung wurde schnell deutlich:
Auch die angeblich so enge Freundschaft zwischen Russland und China hat sehr klare Grenzen.

Große Worte gegen die USA

Gemeinsam kritisierten Xi und Putin die USA, sprachen von „strategischer Partnerschaft“ und wetterten gegen die amerikanische Sicherheits- und Atompolitik.

Besonders Donald Trumps geplantes Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ wurde von beiden Seiten scharf attackiert.

Russische Staatsmedien inszenierten das Treffen entsprechend symbolträchtig:
Auf der Titelseite ein isoliert wirkender Trump — daneben Xi und Putin demonstrativ vereint.

Das Narrativ:
Der Westen zerfällt, Russland und China gestalten gemeinsam die neue Weltordnung.

Doch bei Geld und Gas endet die Romantik

Hinter den Kulissen ging es allerdings vor allem um harte wirtschaftliche Interessen.

Russland drängt seit Jahren auf den Bau der neuen Gaspipeline „Power of Siberia 2“. Über sie soll künftig noch mehr russisches Gas nach China fließen — vor allem als Ersatz für die weitgehend verlorenen europäischen Märkte.

Für Moskau wäre das Projekt enorm wichtig.

Doch genau hier zeigte Xi Jinping auffallend wenig Eile.

Zwar sprach der Kreml nach dem Treffen von einem „allgemeinen Verständnis“ über das Projekt.
Eine endgültige Vereinbarung gab es allerdings nicht.

Und genau das dürfte in Moskau für Ernüchterung sorgen.

China braucht Russland – aber nicht zu sehr

Denn trotz aller demonstrativen Nähe verfolgt China vor allem seine eigenen Interessen.

Peking möchte sich offenbar nicht zu abhängig von russischer Energie machen. Hinzu kommen Streitpunkte über Preise und Lieferbedingungen.

Kurz gesagt:
China genießt derzeit die komfortable Position des stärkeren Partners.

Russland braucht China wirtschaftlich inzwischen deutlich stärker als umgekehrt.

Putins geopolitische Realität

Der Krieg in der Ukraine und die westlichen Sanktionen haben Russland wirtschaftlich massiv Richtung Asien gedrängt.

Vor allem China profitiert davon:

  • günstige Rohstoffe,
  • politische Einflussgewinne
  • und ein geschwächtes Russland, das kaum noch echte Alternativen hat.

Das Machtverhältnis hat sich damit deutlich verschoben.

Noch vor einigen Jahren sprach Moskau von einer Partnerschaft „auf Augenhöhe“.
Heute wirkt Russland in vielen Bereichen zunehmend wie der Juniorpartner Pekings.

Auch die „Trump-Putin-Romanze“ ist verflogen

Interessant ist dabei:
Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde international über eine mögliche politische Annäherung zwischen Putin und Donald Trump spekuliert.

Nach einem Treffen in Alaska sprachen russische Medien sogar vom „Geist von Anchorage“.

Doch daraus wurde wenig.
Der Ukraine-Krieg endete nicht.
Die Beziehungen blieben angespannt.

Jetzt spricht Moskau lieber vom „Geist von Peking“.

Freundschaft ja – aber nur solange sie nützt

Das Treffen zeigt vor allem eines:
In der Weltpolitik gibt es keine ewigen Freundschaften.

Es gibt Interessen.

Xi Jinping nutzt Russland strategisch als Partner gegen den Westen.
Putin braucht China als wirtschaftlichen Rettungsanker.

Doch wenn es um Milliardenprojekte, Energieabhängigkeit oder geopolitische Vorteile geht, denkt Peking äußerst nüchtern.

Die romantische Musik beim Empfang konnte daher nicht darüber hinwegtäuschen:
China und Russland mögen sich demonstrativ nahe stehen —
aber am Ende zählt in Peking vor allem der eigene Vorteil.

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