Erst war es nur Übelkeit. Am 21. Juni fühlte sich Galenn Sekulich plötzlich krank: klamm, appetitlos, mit rasendem Herzen. Selbst ihre Lieblingsgerichte konnte sie nicht mehr ansehen. Zunächst hielt sie die Beschwerden für eine Angstreaktion und legte sich schlafen.
Doch mitten in der Nacht wurde die 33-Jährige wach, weil sie sich übergeben musste. Medikamente gegen Übelkeit verhinderten zwar das Schlimmste, doch die Symptome verschwanden nicht. Tagelang war Sekulich schwindlig, wachte schweißgebadet auf und konnte kaum Nahrung bei sich behalten.
»Jedes Mal, wenn ich versucht habe zu essen, musste ich zur Toilette oder mir wurde wieder schlecht«, sagte Sekulich USA TODAY. Zwischenzeitlich habe sie sogar befürchtet, an Magenkrebs erkrankt zu sein. »Ich war ehrlich gesagt panisch.«
Nach einem Besuch in der Notaufnahme brachte ein Test schließlich Klarheit: Sekulich hatte sich mit Cyclosporiasis infiziert, einer parasitären Darmerkrankung, deren Fallzahlen in den USA derzeit steigen.
Die in Detroit lebende Mutter von drei Kindern beschreibt die Krankheit als eine besonders zermürbende Mischung verschiedener Infekte. Es habe sich angefühlt wie die Erschöpfung nach Covid, sagte sie, kombiniert mit einem Norovirus, das einfach nicht aufhöre. Mehr als zwei Wochen nach Beginn der Erkrankung könne sie noch immer kaum etwas anderes essen als Toast.
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC kann Cyclosporiasis häufigen wässrigen Durchfall, plötzliche heftige Stuhlgänge, Bauchkrämpfe, Blähungen und leichtes Fieber auslösen. Für Sekulich war vor allem die Dauer der Beschwerden belastend.
Bei anderen Erkrankungen merke man irgendwann, dass es besser werde, sagte sie. Bei Cyclosporiasis hingegen ziehe sich alles endlos hin. »Es hat sich einfach hingezogen und hingezogen«, sagte die selbstständige Mutter. Zwei Wochen krank zu sein, sei extrem schwer. Man könne kaum stehen, weil man nicht essen könne, und der Körper sei völlig erschöpft.
Innerhalb von nur fünf Tagen verlor Sekulich nach eigenen Angaben rund zehn Pfund. Dass manche Menschen in sozialen Medien über den schnellen Gewichtsverlust scherzten, kann sie nicht nachvollziehen. Das sei keineswegs gesund, sondern besorgniserregend.
Erschwerend kam hinzu, dass Sekulich allergisch auf Bactrim reagiert, ein Antibiotikum, das häufig zur Behandlung von Cyclosporiasis eingesetzt wird. Wegen Problemen mit Versicherung und Verfügbarkeit dauerte es, bis sie in dieser Woche schließlich an ein für sie geeignetes Medikament kam. Geholfen habe ihr dabei auch eine Frau aus ihrer Social-Media-Community.
»Ich habe das Privileg, eine Gemeinschaft von Frauen in den sozialen Medien zu haben, die mich unterstützt«, sagte Sekulich. »Aber was ist mit den Menschen, die das nicht haben?«
Während sie sich langsam zu erholen versucht, hat die Erkrankung auch den Speiseplan ihrer Familie verändert. Frisches Obst und Gemüse meidet sie vorerst. Nachdem sie von der Infektion erfahren habe, habe sie ihrem Sohn gesagt, dass sie nun lieber kein Obst essen würden. Stattdessen greife die Familie aus Vorsicht zu Apfelmus und Obst aus der Dose.
Cyclosporiasis wird nach Angaben der US-Lebensmittelbehörde FDA übertragen, wenn Menschen verunreinigte Lebensmittel oder Getränke zu sich nehmen. Das größte Risiko geht demnach von kontaminierten frischen Produkten aus.
Trotz eines ausführlichen Gesprächs mit Gesundheitsbehörden in Michigan weiß Sekulich bis heute nicht, wodurch sie sich angesteckt hat. Auch die Behörden untersuchen weiterhin die steigenden Fallzahlen in der Region.
Sekulich vermutet, dass eine abgepackte Salatmischung aus dem Supermarkt oder ein Salat aus einem Restaurant die Ursache gewesen sein könnte. Das seien die einzigen Dinge gewesen, die sie anders gegessen habe als ihr Baby, das gesund geblieben sei.
»Es ist erschreckend und beunruhigend, dass so etwas passieren kann«, sagte sie. »In Michigan sind 1200 Menschen krank, und sie können immer noch nicht herausfinden, woran es liegt.«
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