Am 1. Juli 2025 hat der Gemeinderat von Dolton, Illinois, den Kauf des Elternhauses von Papst Leo XIV offiziell genehmigt. Der kleine Ort in der Nähe von Chicago erhofft sich dadurch nicht nur einen symbolischen Gewinn, sondern auch einen wirtschaftlichen Aufschwung nach Jahrzehnten des Niedergangs.
Das unscheinbare Haus, in dem Robert Francis Prevost – der spätere Papst Leo XIV – seine Kindheit verbrachte und bereits als Kind „Priester spielte“, soll künftig als Museum oder Wallfahrtsstätte dienen. Schon seit der Bekanntgabe seines Papstamtes am 8. Mai 2025 strömen Besucher aus dem ganzen Land nach Dolton, um das Gebäude zu sehen.
Die Entscheidung kam überraschend, da das Haus ursprünglich im Rahmen einer Auktion verkauft werden sollte, deren Abschluss für den 17. Juli geplant war. Doch in letzter Minute gelang es dem Gemeindeverwaltungsjuristen Burt Odelson, mit dem Eigentümer eine direkte Einigung zu erzielen. Der Hausbesitzer Paweł Radzik akzeptierte das Angebot der Gemeinde, das laut Odelson unter dem erwarteten Auktionspreis lag. Der genaue Kaufpreis bleibt jedoch vertraulich.
Odelson erklärte, dass die Einigung auch durch die Androhung einer Enteignung seitens der Gemeinde (Stichwort: „eminent domain“) begünstigt worden sei. Für den erfahrenen Anwalt stellt der Abschluss des Kaufs einen Höhepunkt seiner Karriere dar. „Ich habe mit Präsidenten, Senatoren und Bürgermeistern zu tun gehabt – aber das hier ist einmalig. Es gibt nur einen amerikanischen Papst“, sagte Odelson gegenüber USA TODAY.
Bürgermeister Jason House betonte in der öffentlichen Sitzung, dass der Kauf eine historische Chance für Dolton sei: „Wir können diesen Moment nutzen – oder ihn an einen Investor verlieren. Wirtschaftliche Chancen sind der einzige Weg aus einem Defizit.“
Die Stadt Dolton, die in den letzten Jahrzehnten unter dem Verlust von Industriearbeitsplätzen und politischer Instabilität gelitten hat, sieht in dem Haus eine Möglichkeit, Tourismus, Wirtschaft und Stolz in der Gemeinde neu zu beleben. Die Häuser früherer Päpste haben sich weltweit zu Museen und Pilgerzielen entwickelt – ein ähnliches Modell erhofft man sich nun auch für Dolton.
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