Der US-Wahlkampf 2028 hat offenbar begonnen – oder zumindest der Wettbewerb um die lauteste Schlagzeile des Tages. Präsident Donald Trump und ESPN-Kommentator Stephen A. Smith liefern sich derzeit ein Wortgefecht, das irgendwo zwischen politischer Debatte, Sporttalkshow und Reality-TV angesiedelt ist.
Auslöser war Trumps Besuch bei Spiel 3 der NBA-Finals im Madison Square Garden. Smith war wenig begeistert und erklärte, Trump habe mit seiner Anwesenheit die positive Energie der New York Knicks zerstört. Als die Knicks tatsächlich verloren, stand der Schuldige für Smith fest: Donald Trump.
Der Präsident reagierte erwartungsgemäß zurückhaltend, diplomatisch und staatsmännisch – also genau gar nicht.
Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump den TV-Kommentator als „arroganten Narren“, „lautstarken Scharlatan“ und „dumm wie ein Stein“. Für ein politisches Amt sei Smith laut Trump ungefähr so geeignet wie ein Basketball als Außenminister.
Smith wiederum ließ sich die Vorlage nicht entgehen. In seiner Sendung fragte er, warum Trump überhaupt beim Spiel gewesen sei. Besonders amüsierte ihn, dass der Präsident auf mehreren Fotos aussah, als würde er ein Nickerchen halten.
„Sleepy Joe“ sei Geschichte, meinte Smith sinngemäß. Nun müsse man vielleicht über „Sleepy Donald“ sprechen.
Damit war die nächste Runde eröffnet.
Besonders bemerkenswert ist, dass hier nicht etwa über Inflation, Außenpolitik oder die Lage der Weltwirtschaft gestritten wird. Nein. Zwei der bekanntesten Medienfiguren der USA diskutieren öffentlich darüber, wer intelligenter ist und wer schuld an einer Knicks-Niederlage trägt.
Während Millionen Amerikaner über steigende Benzinpreise klagen, wird in den sozialen Medien die entscheidende Frage des Tages verhandelt: Hat Donald Trump die Knicks verhext?
Trump hält Stephen A. Smith für politisch unqualifiziert. Smith hält Trump für einen Aufmerksamkeitsmagneten mit Hang zur Selbstinszenierung. Wahrscheinlich würden beide zustimmen, dass der jeweils andere viel zu oft im Fernsehen auftaucht.
Das eigentliche Opfer der Geschichte sind allerdings die New York Knicks. Die Mannschaft steht in den NBA-Finals – und trotzdem reden plötzlich alle über einen Präsidenten und einen Sportmoderator.
Immerhin hat Amerika damit wieder das, was es am liebsten mag: eine hitzige Debatte, bei der niemand seine Meinung ändert, aber jeder glaubt, gewonnen zu haben.
Und irgendwo in Madison Square Garden fragt sich ein Knicks-Fan vermutlich noch immer, ob die Niederlage wirklich an Trump lag – oder doch eher an der Verteidigung.
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