Im Epstein-Skandal wird die Liste der prominenten Vorladungen immer länger. Nun durfte auch Microsoft-Gründer Bill Gates im US-Kongress erscheinen – gewissermaßen als neuestes Mitglied eines exklusiven Clubs, in dem man eigentlich lieber keine Einladung erhalten möchte.
Der 70-Jährige folgte einer Vorladung des Untersuchungsausschusses und erklärte pflichtbewusst, er hoffe, mit seiner Aussage zur Aufklärung beizutragen. Das ist in Washington inzwischen die Standardformel für: „Ich wäre heute wirklich lieber irgendwo anders.“
Hintergrund sind die zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten, in denen Gates’ Name auftaucht. Darin findet sich unter anderem der Entwurf einer E-Mail, in der Jeffrey Epstein über angebliche Affären des Microsoft-Gründers spricht. Gates räumte die Affären ein, betonte jedoch, nichts von Epsteins Verbrechen gewusst zu haben und an diesen nicht beteiligt gewesen zu sein.
Die Anhörung fand selbstverständlich hinter verschlossenen Türen statt. Schließlich soll die Öffentlichkeit nicht den Eindruck bekommen, Washington würde bei einem der größten Skandale der vergangenen Jahrzehnte unnötig auf Transparenz setzen.
In den vergangenen Wochen waren bereits Bill und Hillary Clinton vor dem Ausschuss erschienen. Beobachter stellen daher fest: Die Gästeliste liest sich mittlerweile weniger wie die Teilnehmer eines Untersuchungsausschusses und mehr wie das Programm eines exklusiven Weltwirtschaftsforums.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Fall auch Jahre nach Epsteins Tod immer neue Schlagzeilen produziert. Während Netflix regelmäßig neue Dokumentationen ankündigt, liefert Washington offenbar Staffel für Staffel neues Material.
Nun warten Medien, Politiker und Verschwörungstheoretiker gleichermaßen auf die Veröffentlichung des Anhörungsprotokolls. Letztere dürften darin vermutlich wieder Hinweise auf alles finden – von geheimen Netzwerken bis hin zu außerirdischen Investoren.
Fest steht: Der Epstein-Komplex bleibt die wohl langlebigste Skandalserie der USA. Und die Produzenten scheinen noch lange nicht am Ende der Staffelplanung angekommen zu sein.
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