Startseite Allgemeines Neue Umfrage: AfD und BSW hätten im Landtag von Sachsen-Anhalt eine eigene Mehrheit
Allgemeines

Neue Umfrage: AfD und BSW hätten im Landtag von Sachsen-Anhalt eine eigene Mehrheit

jorono (CC0), Pixabay
Teilen

Rund neun Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt eine neue Umfrage für erhebliche politische Brisanz. Erstmals würde das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) den Einzug in den Landtag schaffen – und könnte gemeinsam mit der AfD eine parlamentarische Mehrheit bilden. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) stünde damit vor einer äußerst schwierigen Ausgangslage.

Der Umfrage zufolge bleibt die AfD mit 41 Prozent deutlich stärkste Kraft, verliert gegenüber der Erhebung im Mai jedoch einen Prozentpunkt. Die CDU kommt nur noch auf 23 Prozent und erreicht damit ihren niedrigsten Umfragewert seit 2013. Im Juni 2025 hatte die Union noch bei 34 Prozent gelegen.

Die Linke würde unverändert auf 13 Prozent kommen, die SPD auf sechs Prozent. Das BSW verbessert sich von vier auf fünf Prozent und würde damit erstmals in den Landtag einziehen. Grüne und FDP liegen mit jeweils vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde und wären nach derzeitigem Stand nicht im Parlament vertreten.

Hochgerechnet auf den Landtag

Legt man die aktuellen Umfragewerte zugrunde und berücksichtigt nur die Parteien, die den Einzug in den Landtag schaffen würden, ergäbe sich folgende Sitzverteilung im 97 Sitze umfassenden Landtag von Sachsen-Anhalt:

  • AfD: 45 Mandate
  • CDU: 25 Mandate
  • Die Linke: 14 Mandate
  • SPD: 7 Mandate
  • BSW: 6 Mandate

Damit kämen AfD und BSW gemeinsam auf 51 von 97 Mandaten und hätten damit eine eigene Mehrheit im Landtag. CDU, Linke und SPD würden zusammen lediglich 46 Sitze erreichen und könnten ohne weitere Partner keine Regierung bilden.

Wagenknecht spricht von möglichem Machtwechsel

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht wertete die Umfrage als Bestätigung ihres Kurses. Gegenüber Bild erklärte sie, dass sich eine Mehrheit der Bürger in Sachsen-Anhalt Veränderungen wünsche. Nur mit dem BSW im Landtag könne der CDU-Ministerpräsident abgelöst werden.

Die AfD hält unterdessen an ihrem Ziel fest, aus eigener Kraft die stärkste Regierungspartei zu werden. Parteisprecher Patrick Harr betonte, der Anspruch bleibe bestehen, die Landesregierung selbst zu stellen.

Politikwissenschaftler sieht Zusammenarbeit als möglich an

Der Bochumer Politikwissenschaftler Oliver Lembcke hält eine Zusammenarbeit von AfD und BSW nach der Wahl zumindest für denkbar. Die jüngsten Signale von Sahra Wagenknecht deuteten darauf hin, dass das BSW bereit sein könnte, der AfD zu einer parlamentarischen Mehrheit zu verhelfen.

Wagenknecht will den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt in den kommenden Wochen weiter intensivieren. Ab dem 19. August sind mehrere Auftritte unter anderem in Halberstadt, Stendal, Dessau-Roßlau, Magdeburg und Halle geplant.

Hinweis: Die Mandatsberechnung basiert auf einer proportionalen Hochrechnung der veröffentlichten Umfragewerte unter Berücksichtigung der Fünf-Prozent-Hürde. Das tatsächliche Wahlergebnis kann aufgrund von Direktmandaten, Rundungen und dem endgültigen Stimmenverhältnis davon abweichen.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

BaFin warnt vor mutmaßlichem Identitätsmissbrauch: Was Anleger jetzt wissen sollten

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt aktuell vor den Festgeldangeboten auf der...

Allgemeines

Interview mit Rechtsanwalt Niklas Linnemann

Interview mit Rechtsanwalt Niklas LinnemannThema: Können Berufsverbote nach Schweizer Vorbild auch in...

Allgemeines

FINMA greift durch: Bewilligungen entzogen, Millionen eingezogen und Berufsverbot verhängt

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat ein umfangreiches Enforcementverfahren gegen die Swiss Fund...

Allgemeines

Schalke04 – warum immer der einfache Weg?

Kommentar eines Schalke-Fans Kevin Müller kommt zurück. 35 Jahre alt, erfahren, sympathisch,...