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Nahost bleibt angespannt: Netanjahu kündigt vollständige Zerschlagung der Hisbollah-Infrastruktur an – Gespräche zwischen USA und Iran in Katar bleiben indirekt

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt hoch angespannt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der Armee den Auftrag erteilt, die militärische Infrastruktur der proiranischen Hisbollah im Südlibanon vollständig zu zerstören. Gleichzeitig laufen in Katar diplomatische Bemühungen, um den Konflikt zwischen den USA und dem Iran einzudämmen – allerdings zunächst ohne direkte Gespräche zwischen beiden Seiten.

Israel will Hisbollah dauerhaft entwaffnen

Bei einem Besuch israelischer Soldaten erklärte Netanjahu, sämtliche ober- und unterirdischen Anlagen der Hisbollah, darunter auch Tunnelsysteme, müssten zerstört werden. Zudem wies er die Streitkräfte an, unmittelbar auf jede erkannte Bedrohung zu reagieren.

Einen Rückzug der israelischen Armee aus dem Grenzgebiet zum Libanon schloss der Regierungschef ausdrücklich aus. Die Truppen würden so lange in der Region bleiben, bis die Hisbollah vollständig entwaffnet sei und keine Gefahr mehr für Israel darstelle.

Nach Angaben Netanjahus verfügte die Hisbollah ursprünglich über rund 150.000 Raketen und Geschosse. Davon seien nach israelischer Einschätzung nur noch etwa acht Prozent einsatzbereit. Zudem erklärte der Ministerpräsident, Israel habe im Verlauf der Kämpfe rund 9.000 Hisbollah-Kämpfer getötet. Diese Angaben lassen sich unabhängig derzeit nicht überprüfen.

Streit um israelische Sicherheitszone

Die libanesische Regierung sowie die Hisbollah betrachten die von Israel eingerichtete Sicherheitszone im Südlibanon als völkerrechtswidrige Besetzung. Nach Berechnungen libanesischer Medien kontrolliert Israel derzeit ein Gebiet von rund 620 Quadratkilometern, was etwa sechs Prozent der Staatsfläche des Libanon entspricht.

Israel begründet die Präsenz mit dem Schutz seiner Nordgrenze vor weiteren Raketenangriffen.

Diplomatie in Katar

Parallel zu den militärischen Entwicklungen laufen in der katarischen Hauptstadt Doha weitere diplomatische Kontakte zwischen den USA und dem Iran.

Die amerikanischen Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner trafen zu Gesprächen mit der Regierung Katars ein. Zeitgleich reiste auch eine iranische Delegation nach Doha.

Entgegen früheren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump bestätigten sowohl Katar als auch der Iran jedoch, dass keine direkten Gespräche zwischen den amerikanischen und iranischen Delegationen geplant seien.

Nach iranischen Angaben soll eine Expertengruppe stattdessen mit den katarischen Vermittlern über die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte beraten. Washington erklärte seinerseits, bei den Gesprächen mit Katar gehe es um verschiedene regionale Themen, darunter auch die Verhandlungen mit dem Iran sowie die Lage im Libanon.

Schwierige Verhandlungen

Im Rahmen eines zuvor vereinbarten Fahrplans haben sich die USA und der Iran eine Frist von 60 Tagen gesetzt, um Streitpunkte wie das iranische Atomprogramm, das Raketenprogramm, westliche Sanktionen sowie die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu klären.

Zusätzlich belastet der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah die Verhandlungen. Teheran sieht auch die Lage im Libanon als Bestandteil eines möglichen Gesamtpakets mit den USA. Israel lehnt eine Verknüpfung der Themen jedoch weiterhin entschieden ab.

Damit bleibt die Lage im Nahen Osten sowohl militärisch als auch diplomatisch äußerst angespannt. Während Israel seine Sicherheitsstrategie konsequent fortsetzt, versuchen Vermittler in Katar zumindest die Gesprächskanäle zwischen Washington und Teheran offen zu halten.

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