Es war die Rückkehr einer lebenden Tennis-Legende: Serena Williams hat mehr als drei Jahre nach ihrem letzten Grand-Slam-Einzelmatch ein überraschendes Comeback in Wimbledon gefeiert. Zwar verlor die 44-Jährige ihr Erstrundenspiel gegen die Australierin Maya Joint mit 3:6, 7:6, 3:6, doch das Ergebnis rückte schnell in den Hintergrund.
Noch 2022 hatte Williams nach ihrem Erstrunden-Aus offen gelassen, ob sie jemals auf den Centre Court zurückkehren würde. Nun stand sie wieder dort, wo sie sieben ihrer insgesamt 23 Grand-Slam-Titel gewann – und wurde von den Fans begeistert empfangen.
Die Magie war noch da
Schon mit den ersten Ballwechseln zeigte Williams, dass sie nichts von ihrer Ausstrahlung verloren hat. Gewaltige Aufschläge mit über 190 km/h, kraftvolle Grundschläge und ihr berühmter Kampfgeist ließen Erinnerungen an ihre erfolgreichsten Jahre aufleben.
Zwar fehlte nach der langen Wettkampfpause hier und da noch die Präzision, doch als sie im zweiten Satz bereits mit dem Rücken zur Wand stand, zeigte sich erneut die Siegermentalität, die ihre Karriere geprägt hat. Sie wehrte Matchbälle ab, kämpfte sich eindrucksvoll zurück und zwang ihre deutlich jüngere Gegnerin in einen entscheidenden dritten Satz.
Publikum feiert die Tennis-Königin
Auch wenn die Kräfte am Ende nicht mehr ganz reichten, wurde Serena Williams nach dem Match mit stehenden Ovationen verabschiedet. Für viele Zuschauer fühlte sich diese Begegnung eher wie ein Finale als wie ein Erstrundenspiel an.
Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin erklärte anschließend, wie besonders dieser Moment für sie gewesen sei:
„Ich hätte nie gedacht, noch einmal hier zu spielen. Es war einfach großartig, wieder auf diesem Platz zu stehen.“
Inspiration für die nächste Generation
Auf der Tribüne verfolgten ihr Ehemann Alexis Ohanian sowie die beiden gemeinsamen Töchter das Comeback. Für Williams spielt die Familie heute eine ebenso große Rolle wie der Sport.
Ihre Vorbildfunktion reicht jedoch weit darüber hinaus. Viele der Kinder, die ihr lautstark zujubelten, waren noch gar nicht geboren, als Serena ihre größten Erfolge feierte.
Das Wimbledon-Abenteuer geht weiter
Ganz vorbei ist das Wimbledon-Comeback allerdings noch nicht. Bereits in den kommenden Tagen wird Serena Williams gemeinsam mit ihrer Schwester Venus Williams im Doppel antreten. Die beiden Schwestern prägten über Jahrzehnte den Tennissport – und dürfen nun noch einmal gemeinsam auf der größten Tennisbühne der Welt aufschlagen.
Auch wenn der Traum vom nächsten Einzeltitel unrealistisch erscheint, hat Serena Williams bewiesen, warum sie für viele bis heute die größte Tennisspielerin aller Zeiten ist: Nicht allein wegen ihrer Titel, sondern wegen ihres unbändigen Willens und ihrer außergewöhnlichen Ausstrahlung.
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