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Peinliche Panne bei NPR: Starjournalistin meldet versehentlich Rücktritt von Supreme-Court-Richter

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Für eine der renommiertesten Gerichtsreporterinnen der USA ist es der wohl bitterste Moment ihrer jahrzehntelangen Karriere: Nina Totenberg, langjährige Supreme-Court-Korrespondentin des US-Senders NPR, hat fälschlicherweise den Rücktritt des konservativen Richters Samuel Alito gemeldet – und sich dafür öffentlich entschuldigt.

Es war der schlimmste berufliche Fehler meiner mehr als 50 Jahre im Journalismus“, erklärte Totenberg in einer bewegenden Stellungnahme.

Missverständnis löste Medienwirbel aus

Die erfahrene Reporterin hatte das Gerichtsgebäude nach der Urteilsverkündung verlassen, um an der Live-Berichterstattung von NPR teilzunehmen. Als sie nachfragte, was im Gerichtssaal noch geschehe, verstand sie offenbar den Hinweis auf „Retirement announcements“ (Ruhestandsankündigungen) falsch und schloss daraus irrtümlich, Richter Samuel Alito werde seinen Rücktritt bekannt geben.

Diese Information leitete sie unmittelbar an die Redaktion weiter. Da NPR bereits – wie bei wichtigen Personalentscheidungen üblich – einen vorbereiteten Hintergrundartikel für einen möglichen Rücktritt Alitos erstellt hatte, wurde die Meldung umgehend veröffentlicht.

Kurz darauf stellte sich heraus: Alito tritt gar nicht zurück.

Öffentliche Entschuldigung

Noch am selben Tag entschuldigte sich Totenberg öffentlich sowie persönlich in einem Schreiben an Samuel Alito.

„Es gibt keine Worte, um mich angemessen für diesen Fehler zu entschuldigen. Es war ausschließlich mein Fehler. Ich habe eine Annahme getroffen – und genau das darf ein Reporter niemals tun.“

Weiter schrieb sie:

„Ich kann nur sagen, dass es mir unendlich leid tut.“

Eine Antwort des Richters habe sie bislang nicht erhalten.

NPR räumt Fehler ein

Auch NPR zog Konsequenzen aus dem Vorfall. Chefredakteur Thomas Evans erklärte, der Sender verfüge zwar über Kontrollmechanismen für Eilmeldungen, aus diesem Vorfall müsse jedoch gelernt werden.

Der verantwortliche Redakteur Krishnadev Calamur machte deutlich, weshalb die Meldung ohne weitere Bestätigung veröffentlicht wurde: Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit genieße Totenberg innerhalb der Redaktion ein außergewöhnlich hohes Vertrauen.

„Wenn Nina sagt, dass etwas passiert ist, dann glauben wir ihr. Dieses Vertrauen hat sie sich über Jahrzehnte erarbeitet“, erklärte Calamur.

Spekulationen bleiben

Die Panne löste zugleich neue Spekulationen aus, ob Richter Samuel Alito tatsächlich über einen Rückzug nachdenkt. In Washington kursierten entsprechende Gerüchte bereits seit einiger Zeit. Einen Hinweis darauf lieferte der Vorfall jedoch nicht.

Der Fall zeigt eindrucksvoll, dass selbst die erfahrensten Journalistinnen und Journalisten nicht vor Fehlern gefeit sind – und wie wichtig gerade bei Eilmeldungen eine zusätzliche Bestätigung von Informationen bleibt.

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