Im deutschen Einzelhandel fallen die Dominosteine inzwischen schneller als Sonderangebote am Black Friday. Nun hat es die Baumarktkette Hellweg erwischt. Das Unternehmen mit rund 2900 Beschäftigten hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Essen hat dem Antrag bereits zugestimmt.
Die gute Nachricht zuerst: Wer am Wochenende noch Farbe, Schrauben oder einen neuen Akkuschrauber kaufen wollte, muss nicht in Panik geraten. Die 68 Märkte bleiben vorerst geöffnet, ebenso der Online-Shop. Auch die Beschäftigten erhalten in den kommenden drei Monaten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.
Trotzdem ist die Nachricht ein weiterer Schlag für eine Branche, die sich zunehmend wie eine Dauerbaustelle anfühlt. Galeria, Depot, Esprit, Peek & Cloppenburg, Gerry Weber – die Liste der bekannten Namen, die in den vergangenen Jahren ins Straucheln geraten sind, wird immer länger.
Bei Hellweg stellt sich nun die Frage, ob die Kette einen Investor findet oder ob die Insolvenz nur die nächste Etappe einer längeren Leidensgeschichte ist.
Und während die Kunden noch durch die Gänge schlendern und nach Dübeln suchen, schleicht sich eine andere Frage durch die Republik:
Wer ist der Nächste?
Denn längst geht es nicht mehr nur um einzelne Unternehmen. Hohe Kosten, schwache Konsumlaune und der unaufhaltsame Online-Handel setzen vielen Händlern zu. Immer häufiger wirkt es, als würden bekannte Marken nicht mehr um Wachstum kämpfen, sondern schlicht ums Überleben.
Für Hellweg heißt es jetzt: Sanieren, sparen, hoffen.
Für den deutschen Einzelhandel bleibt die Erkenntnis:
Die größten Baustellen stehen derzeit nicht im Baumarkt – sie sind der Baumarkt.
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