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Nach Zeckenbiss im Griechenland-Urlaub: 42 Tage im Koma

Leovinus (CC0), Pixabay
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Ein Zeckenbiss während eines Griechenland-Urlaubs hat das Leben einer 51-jährigen Frau aus Wales grundlegend verändert. Nach einer schweren Hirnentzündung lag sie 42 Tage im künstlichen Koma. Bis heute leidet sie unter Gedächtnisproblemen und Krampfanfällen und muss täglich bis zu 18 Medikamente einnehmen.

Die Frau hatte sich 2019 auf der griechischen Insel Syros aufgehalten. Dort entwickelte sie zunächst grippeähnliche Beschwerden. Nach ihrer Rückkehr nach Großbritannien traten plötzlich nächtliche Krampfanfälle auf.

Ärzte konnten zunächst nicht feststellen, woran sie erkrankt war. Nach weiteren Untersuchungen wurde sie per Hubschrauber in eine auf neurologische Erkrankungen spezialisierte Klinik in Liverpool gebracht. Dort versetzten die Mediziner sie für sechs Wochen in ein künstliches Koma.

Später wurde bei ihr eine Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die zu einer schweren Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen kann.

Erkrankung verändert den gesamten Alltag

Die Frau vermutet, dass sie auf dem Grundstück eines Verwandten gebissen wurde. Dort werden Ziegen gehalten, in deren Umgebung sich Zecken aufhalten können. Den eigentlichen Biss bemerkte sie nicht.

Nach dem Krankenhausaufenthalt dauerte ihre Behandlung insgesamt rund sechs Monate. Die Folgen der Erkrankung begleiten sie jedoch bis heute.

Früher sei sie sehr kontaktfreudig gewesen. Heute gehe sie deutlich seltener aus und ziehe sich häufig zurück.

Besonders belastend ist der Gedächtnisverlust. Zwar erkennt sie Menschen wieder, kann sich jedoch oftmals nicht mehr an deren Namen erinnern.

Diese Einschränkung hatte auch berufliche Folgen. Die Frau verlor sowohl ihre Stelle in einem Pub als auch ihre Arbeit als Schulbegleiterin für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf.

Als sie versuchte, an die Schule zurückzukehren, konnte sie sich nicht mehr an die Namen der Kinder und Mitarbeiter erinnern. Bis heute habe sie damit Schwierigkeiten.

Nahezu jede Tätigkeit im Alltag erfordere Erinnerungsvermögen, sagt sie – vom Einkaufen über das Reisen bis zum Berufsleben.

Bis zu 18 Tabletten am Tag

Die Betroffene nimmt inzwischen täglich zwischen 15 und 18 Medikamente. Ihre nächtlichen Krampfanfälle treten zwar seltener auf als früher, sind aber nicht vollständig verschwunden.

Aus Angst vor einem erneuten Anfall schläft sie mittlerweile im selben Zimmer wie ihre Mutter. Für viele alltägliche Tätigkeiten musste sie Strategien entwickeln, um sich Abläufe und Aufgaben merken zu können.

Halt gibt ihr vor allem ihre Familie. Sie betont, wie dankbar sie für die Unterstützung ihrer Angehörigen und Freunde sei.

Auch ihre Mutter warnt davor, Insekten- und Zeckenbisse zu unterschätzen. Was zunächst harmlos wirke, könne das gesamte Leben eines Menschen verändern.

Erkrankung durch Zecken übertragen

FSME ist eine Virusinfektion, die durch den Biss infizierter Zecken übertragen wird. Zecken mit dem Virus kommen vor allem in Teilen Europas und Asiens vor.

Viele Infektionen verlaufen ohne Beschwerden oder verursachen lediglich grippeähnliche Symptome. In einem kleinen Teil der Fälle kann das Virus jedoch das zentrale Nervensystem angreifen.

Mögliche Anzeichen einer schweren Erkrankung sind Krampfanfälle, Verwirrtheit, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen. Eine gezielte antivirale Therapie gegen das Virus gibt es bislang nicht. Behandelt werden vor allem die auftretenden Beschwerden und Komplikationen.

Mediziner weisen darauf hin, dass schwere Verläufe zwar selten sind. Dennoch ist FSME eine ernstzunehmende Erkrankung, weil sie durch eine Impfung verhindert werden kann.

Impfung vor Reisen in Risikogebiete

Die Betroffene wurde in Griechenland geboren und zog im Alter von fünf Jahren nach Wales. Sie reist weiterhin regelmäßig in ihr Geburtsland. Vor ihrer Erkrankung wusste sie nach eigenen Angaben jedoch nicht, dass es eine Impfung gegen FSME gibt.

Heute möchte sie andere Reisende auf das Risiko aufmerksam machen. Wer sich in Gebieten aufhält, in denen FSME verbreitet ist, sollte sich frühzeitig über eine Impfung beraten lassen. Das gilt besonders für Menschen, die wandern, campen oder viel Zeit in bewaldeten Gebieten und in der Nähe von Tieren verbringen.

Inzwischen berichtet die Frau auch Studierenden von ihrer Erkrankung und ihren Folgen.

Schutzkleidung und Kontrolle nach Aufenthalten im Freien

Gesundheitsbehörden empfehlen bei Aufenthalten in möglichen Zeckengebieten lange Kleidung sowie ein geeignetes Insektenschutzmittel. Außerdem sollte man möglichst auf befestigten Wegen bleiben.

Nach einem Aufenthalt im Freien sollten Körper, Kleidung und auch Haustiere gründlich nach Zecken abgesucht werden. Festgesaugte Tiere sollten möglichst schnell mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einer feinen Pinzette entfernt werden.

Eine schnelle Entfernung kann das Risiko bestimmter zeckenübertragener Infektionen reduzieren. Bei FSME kann die Übertragung allerdings bereits kurz nach dem Stich erfolgen.

Die Betroffene hofft, dass ihre Geschichte andere Menschen vorsichtiger macht. Für sie sind die Folgen des Urlaubs im Jahr 2019 bis heute Teil ihres täglichen Lebens.

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