Während in den Nachrichtentickern irgendwo zwischen Weltpolitik und Dauer-Eilmeldung immer wieder derselbe Satz zu Donald Trump durchläuft, kümmert sich das deutsche Wetter um seine ganz eigene Eskalationsstrategie: erst ein bisschen Abkühlung, dann Gewitter – und anschließend womöglich 40 Grad.
Nach dem kurzen Frischekick am Samstag dreht der Sommer schon wieder am Temperaturregler. Und zwar nicht vorsichtig, sondern offenbar mit beiden Händen.
Am Sonntag bleibt die Lage zunächst vergleichsweise zivilisiert. Vielerorts scheint die Sonne, im Südwesten sind bereits 33 bis 34 Grad möglich. Im Norden und Nordosten bleibt es mit rund 22 Grad deutlich angenehmer. Dort kann man die Fenster also noch öffnen, ohne dass sofort das Wohnzimmer flambiert.
Der Sonntag tut erst nett – und wirft später mit Gewittern
Der Tag beginnt freundlich, doch die gute Laune hält nicht überall bis zum Abend. Von Nordwesten ziehen Schauer und teils kräftige Gewitter auf. Besonders im Norden und in der Mitte sollte man den Himmel deshalb nicht nur wegen der schönen Wolkenformationen beobachten.
Auch in Alpennähe drohen einzelne starke Unwetter. Wer dort am Nachmittag den Grill aufstellt, sollte also nicht nur Würstchen, sondern vorsichtshalber auch ein Schlauchboot bereithalten.
Am Montag wird Deutschland zur mobilen Sauna
Ab Montag legt der Hochsommer dann richtig los. Die 30-Grad-Marke soll nahezu überall fallen. Entlang des Rheins – vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet – rechnen einige Wettermodelle sogar mit Temperaturen um 40 Grad.
Ob diese Marke tatsächlich erreicht wird, hängt allerdings davon ab, ob die Gewitter dem Sommer noch rechtzeitig in die Suppe spucken.
Denn die neue Hitzewelle kommt nicht trocken und geradlinig daher, sondern feucht, schwül und mit ordentlich Wolkenpotenzial. Mächtige Quellwolken könnten die Temperatur bremsen. Mit anderen Worten: Ein paar Wolken zur richtigen Zeit, und aus 40 Grad werden nur 37 oder 38.
Ein Satz, der normalerweise absurd klingen würde, inzwischen aber fast beruhigend wirkt.
Starkregen gegen Gluthitze – Deutschland kann sich entscheiden
Im Süden und in der Mitte drohen am Montagnachmittag erneut kräftige Gewitter. Auch Starkregen und lokale Unwetter sind möglich.
Damit steht die Bevölkerung vor einer klassischen Sommerauswahl: entweder in der Sonne zerfließen oder fünf Minuten später durch knöcheltiefes Wasser laufen.
Wettertechnisch bleibt also alles bestens organisiert.
Dienstag könnte der heißeste Tag werden
Der Dienstag dürfte nach derzeitiger Prognose der heißeste Tag der neuen Hitzewelle werden. Am Rhein sind erneut Werte bis 40 Grad möglich.
Berlin und Hamburg kommen voraussichtlich auf 30 bis 34 Grad. Dort wird es ebenfalls heiß, aber immerhin nicht ganz so extrem. Der Norden bekommt außerdem früher eine Pause: Von der Nordsee her soll es ab Mittwoch spürbar abkühlen.
Im Süden und Südwesten bleibt die Hitze dagegen hartnäckig. Dort könnte sie sich bis gegen Ende der Woche halten – wie ein Gast, der längst verabschiedet wurde, aber immer noch in der Küche steht.
Fazit: Der Sommer hat noch nicht fertig
Wer dachte, die kurze Abkühlung vom Samstag sei bereits der sanfte Übergang in angenehmere Zeiten gewesen, hat die Rechnung ohne den August gemacht.
Deutschland bekommt Sonne, Gewitter, Schwüle, Starkregen und möglicherweise 40 Grad – teilweise alles innerhalb weniger Stunden.
Der Sommer zeigt sich damit einmal mehr von seiner vielseitigen Seite: morgens Postkartenwetter, nachmittags Waschküche, abends Weltuntergang.
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