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Na Jungs und Mädels was machen wir denn jetzt damit?

jorono (CC0), Pixabay
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So. Sachsen-Anhalt hat gewählt.

Und jetzt beginnt wieder dieses herrliche politische Theater, das wir alle inzwischen auswendig kennen.

Die Gewinner erklären das Ergebnis zum „klaren Auftrag“. Die Verlierer erzählen uns, dass man jetzt „sehr genau analysieren“ müsse. Alle wollen „zuhören“. Alle wollen „die Sorgen der Menschen ernst nehmen“. Alle haben verstanden. Natürlich.

Komisch nur, dass diese Sätze nach jeder Wahl fast identisch klingen.

Man könnte langsam auf die verrückte Idee kommen, dass ein Teil der Leute gar nicht mehr glaubt, dass Politik wirklich zuhört – sondern nur noch dann so tut, wenn die Balken am Wahlabend unangenehm aussehen.

Und dann sitzen sie da in den Studios, ziehen ernste Gesichter und fragen sich, wie es bloß so weit kommen konnte.

Wie konnte das passieren?

Keine Ahnung.

Vielleicht weil Menschen irgendwann merken, wenn Probleme jahrelang erklärt, verwaltet, relativiert oder einfach weitergereicht werden.

Vielleicht weil „Wir müssen die Menschen besser abholen“ irgendwann unfreiwillig komisch klingt, wenn dieselben Menschen seit Jahren laut sagen, was sie stört.

Vielleicht weil viele keine Lust mehr darauf haben, sich von Parteien erklären zu lassen, warum ihre Wahrnehmung falsch, ihre Prioritäten nebensächlich oder ihre Unzufriedenheit nur ein Kommunikationsproblem ist.

Und vielleicht – ganz wilde Theorie – wählen Menschen irgendwann tatsächlich anders, wenn sie mit dem bisherigen politischen Angebot unzufrieden sind.

Verrückt, ich weiß.

Natürlich wird jetzt wieder moralisiert, analysiert, dramatisiert und psychologisiert.

Da wird über „Protestwähler“ gesprochen, über „Frust“, über „Ängste“, über „Abgehängte“, über „falsche Narrative“ und über die berühmte Frage, wie man „diese Menschen wieder zurückholen“ könne.

Man könnte sie natürlich auch einfach mal als erwachsene Wähler behandeln.

Nur so ein Gedanke.

Denn Demokratie bedeutet eben nicht: Die Bevölkerung stimmt so ab, wie es den richtigen Leuten gefällt.

Demokratie bedeutet auch, Ergebnisse auszuhalten, die einem selbst überhaupt nicht passen.

Man darf sie kritisieren.
Man darf sie schlimm finden.
Man darf darüber streiten.

Aber dieses reflexhafte Erstaunen darüber, dass Wähler irgendwann Konsequenzen ziehen, wenn sie sich politisch nicht vertreten fühlen, wirkt langsam ein bisschen… nun ja… weltfremd.

Und jetzt kommt der lustigste Teil:

Plötzlich werden wieder alle versprechen, dass sich etwas ändern müsse.

Mehr Nähe.
Mehr Vertrauen.
Mehr Dialog.
Mehr Lösungen.
Weniger Streit.

Kennen wir.

Die spannende Frage ist deshalb gar nicht, wer heute Abend welches Gesicht macht.

Die spannende Frage ist: Was passiert morgen?

Wird wirklich etwas anders?

Oder bekommen wir wieder sechs Monate lang Analysen darüber, warum die Leute so gewählt haben – während genau die Politik weiterläuft, wegen der viele offenbar anders gewählt haben?

Die Stimmen sind gezählt.
Die Balken stehen.
Die Sieger grinsen.
Die Verlierer analysieren.
Die Kommentatoren erklären uns gerade, was wir daraus zu lernen haben.

Bleibt nur noch eine kleine, völlig unbedeutende Frage:

Na Jungs und Mädels – was machen wir denn jetzt damit?

Weiter wie bisher?

Oder war das vielleicht tatsächlich mal eine Botschaft, die man nicht nur „ernst nehmen“, sondern irgendwann auch verstehen sollte? 🍿

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