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Moskau stellt Rechnung aus: 200 Milliarden Euro bitte bis Freitag begleichen

Daniel_B_photos (CC0), Pixabay
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Ein Moskauer Gericht hat beschlossen, dass der belgische Finanzdienstleister Euroclear Russland rund 200 Milliarden Euro Schadenersatz zahlen soll. Man könnte auch sagen:
Der Kreml hat die größte „Zahlungserinnerung“ der Weltgeschichte verschickt.

Hintergrund ist das eingefrorene russische Vermögen in Europa nach dem Angriff auf die Ukraine. Euroclear verwaltet einen Großteil dieser blockierten Milliarden – und Moskau findet das erwartungsgemäß eher mittelgut.

Das russische Gericht urteilte nun:
Wenn unser Geld eingefroren wird, dann stellen wir eben euch die Rechnung aus.

Schadensersatz inklusive Fantasie-Zinsen

Die Summe setzt sich laut Berichten aus rund 180 Milliarden Euro blockiertem Vermögen plus etwa 20 Milliarden Euro „entgangenem Gewinn“ zusammen.

Mit anderen Worten:
Russland verlangt nicht nur sein Geld zurück, sondern gleich noch die Gewinne, die es theoretisch damit gemacht hätte.

Das ist ungefähr so, als würde ein Bankräuber nach seiner Festnahme zusätzlich entgangene Zinserträge einklagen.

Prozess hinter verschlossenen Türen

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Anwälte von Euroclear bezeichneten das Verfahren als unfair und kündigten Berufung an.

Das dürfte Moskau ungefähr genauso nervös machen wie schlechtes Wetter beim Militärparade-Training.

Politisches Theater mit juristischem Anstrich

Eigentlich überrascht das Urteil niemanden. Experten gehen davon aus, dass Russland damit vor allem die Grundlage schaffen will, um europäisches Vermögen im eigenen Land leichter beschlagnahmen zu können.

Juristisch klingt das natürlich eleganter:
„Gegenmaßnahmen im Rahmen bilateraler Vermögensinteressen.“

Praktisch bedeutet es:
„Wenn ihr unser Geld einfriert, schauen wir mal, was bei euch noch herumsteht.“

Europas teuerster Streit um Kontostände

Die Situation zeigt inzwischen eine absurde Realität:
Milliardenbeträge werden zwischen Russland und Europa behandelt wie ein eskalierter Nachbarschaftsstreit über geliehene Gartengeräte.

Nur dass diesmal statt einer Heckenschere eben 200 Milliarden Euro betroffen sind.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aber allein die Zahl wirkt bereits wie eine politische Botschaft:
Moskau spielt längst nicht mehr nur Krieg und Sanktionen –
sondern inzwischen auch Monopoly mit geopolitischen Regeln.

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