Beim glamourösen Korrespondentendinner in Washington wollte man eigentlich Häppchen, Häme und Hochglanzfotos servieren – stattdessen gab es Schüsse, Panik unter den Tischen und die nächste Folge von „Amerika im Ausnahmezustand“.
Ein 31-Jähriger wurde nach dem Vorfall nun dem Gericht vorgeführt. Der Vorwurf: Verstöße gegen das Waffenrecht und versuchter Mord an Donald Trump. Willkommen in den USA, wo selbst Galaveranstaltungen inzwischen klingen wie eine Mischung aus Politthriller, Sicherheitsfarce und schlechter Reality-Show.
Galadinner mit Gewehr, Pistole und Messern – aber bitte in Abendgarderobe
Der Mann soll versucht haben, eine Sicherheitskontrolle im Washingtoner Hilton zu überwinden.
Ein kleines Detail: Er hatte laut Behörden ein Gewehr, eine Pistole und mehrere Messer dabei.
Man fragt sich unweigerlich:
War das eine Sicherheitskontrolle oder ein besonders lockerer Eingang zum Baumarkt des Wahnsinns?
Bei der Festnahme fielen mehrere Schüsse, ein Secret-Service-Mitarbeiter wurde an der Schutzweste getroffen, Trump, seine Frau und Regierungsmitglieder wurden hektisch aus dem Saal eskortiert, während Gäste unter Tischen Schutz suchten.
Der Glamour des Abends endete also ungefähr dort, wo die Realität in Amerika zuverlässig beginnt: beim duckenden Publikum.
Weißes Haus findet Schuldige – Überraschung: natürlich die anderen
Das Weiße Haus reagierte erwartbar staatsmännisch.
Also nicht etwa mit Selbstkritik zur offenbar fragwürdigen Sicherheitslage, sondern mit der bewährten Kommunikationsrakete:
Schuld ist der „Hasskult des linken Lagers“.
Denn wenn in den USA etwas schiefläuft, gilt offenbar die eiserne Regel:
Erst politisch ausschlachten, dann vielleicht irgendwann ermitteln.
Dass Medienberichte inzwischen von einer offenbar zu niedrigen Sicherheitsstufe für das Event sprechen, ist dabei nur eine lästige Randnotiz. Offenbar wurde für ein Dinner mit Präsident, Regierungsmitgliedern und Prominenz nicht einmal das volle Sicherheitsprogramm aufgefahren.
Oder anders gesagt:
Für ein Treffen mit Trump gab es anscheinend weniger Schutz als für manche Flughafenlounge.
Manifest, Zielliste, Spott über Sicherheitslücken
Besonders absurd: Der mutmaßliche Täter soll in einem Manifest die Sicherheitsvorkehrungen sogar verhöhnt haben. Er habe sich selbst als „Friendly Federal Assassin“ bezeichnet und Regierungsvertreter fein säuberlich nach Rang sortiert.
Man muss das erst einmal schaffen:
Der Täter verspottet die Sicherheitslücken – und Washington diskutiert danach vor allem wieder über die politische Erzählung.
Fazit
Ein bewaffneter Mann kommt bewaffnet erstaunlich weit.
Ein Präsident wird erneut Ziel eines Anschlags.
Gäste kriechen unter Tische.
Und Washingtons erste Reaktion lautet sinngemäß: „Die Opposition war’s irgendwie.“
Amerika 2026 eben:
Selbst das Galadinner ist inzwischen nur noch eine Pressekonferenz mit Schusswechsel.
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