Hollywood schreibt bekanntlich die verrücktesten Geschichten. Doch was derzeit rund um die Familie des verstorbenen Regisseurs Rob Reiner passiert, klingt selbst für Los Angeles außergewöhnlich.
Nick Reiner, der 32-jährige Sohn des legendären „Die Braut des Prinzen“-Regisseurs Rob Reiner und seiner Frau Michele Reiner, sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Eltern mit einem Messer getötet zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe und plädiert auf nicht schuldig.
Nun sorgt allerdings nicht nur der Mordprozess für Schlagzeilen, sondern auch ein erbitterter Streit um einen millionenschweren Familientrust.
1,5 Millionen Dollar – aber kein Zugriff
Laut einem aktuellen Antrag vor einem Gericht in Los Angeles verfügt Nick Reiner über einen eigenen Trustfonds mit mindestens 1,5 Millionen Dollar. Nach den Bedingungen des Fonds hätte ihm bereits mit seinem 30. Geburtstag die Hälfte des Geldes ausgezahlt werden müssen. Die zweite Hälfte soll er mit 35 Jahren erhalten.
Das Problem: Der Verwalter des Trusts hält das Geld bislang zurück.
Offenbar bestehen Zweifel daran, ob Nick Reiner derzeit in der Lage ist, die Mittel verantwortungsvoll zu verwalten. Seine Anwälte sehen das anders und argumentieren, die Auszahlung sei vertraglich verpflichtend vorgesehen und dürfe nicht von persönlichen Einschätzungen des Treuhänders abhängig gemacht werden.
Der ungewöhnliche Verteidigungsplan
Besonders pikant: Reiner benötigt das Geld nach eigenen Angaben dringend für seine Verteidigung.
Wer in den USA wegen zweifachen Mordes angeklagt ist, benötigt bekanntlich mehr als einen Pflichtverteidiger und gutes Zureden. Hochkarätige Strafverteidiger kosten schnell Millionenbeträge.
Einer seiner früheren Anwälte, Alan Jackson, erklärte bereits, seine Kanzlei sei bereit, die Verteidigung wieder aufzunehmen – vorausgesetzt, die Finanzierung sei gesichert.
Mit anderen Worten: Ohne Geld kein Star-Anwalt.
Ein juristisches Minenfeld
Juristisch bewegt sich der Fall auf dünnem Eis. Denn während Reiner auf die Unschuldsvermutung verweist, stellt sich für viele Beobachter eine moralische Frage:
Soll jemand Zugriff auf Millionenvermögen erhalten, während gleichzeitig der Vorwurf im Raum steht, er habe genau jene Eltern getötet, die dieses Vermögen aufgebaut haben?
Seine Anwälte betonen deshalb ausdrücklich, dass es sich nicht um Gelder aus dem Nachlass seiner Eltern handele. Es gehe ausschließlich um einen bereits zuvor eingerichteten persönlichen Trust, auf den er laut Vertragsbedingungen Anspruch habe.
Hollywood schaut zu
Die Familie Reiner gehörte jahrzehntelang zu den angesehensten Familien Hollywoods. Rob Reiner schuf Filmklassiker wie Harry und Sally, Stand by Me und Misery. Gemeinsam mit seiner Frau Michele baute er nicht nur eine erfolgreiche Karriere, sondern auch eine eng verbundene Familie auf.
Nun verfolgen Medien und Öffentlichkeit einen Prozess, der tragischer kaum sein könnte.
Die eigentliche Ironie
Die vielleicht bitterste Pointe dieser Geschichte lautet:
Während ein Gericht noch klären muss, ob Nick Reiner tatsächlich für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist, streitet ein anderes Gericht bereits darüber, ob er Geld erhalten soll, um sich gegen genau diesen Vorwurf zu verteidigen.
Hollywood hätte für ein solches Drehbuch vermutlich eine Überarbeitung verlangt.
Das echte Leben leider nicht.
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