Was für ein Rennen. Was für eine Aufholjagd. Was für ein Triumph! Kimi Antonelli hat beim Großen Preis von Italien in Monza ein Stück Formel-1-Geschichte geschrieben. Vom 19. Startplatz raste der erst 20-jährige Italiener durch das gesamte Feld, schnappte sich drei Runden vor Schluss seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell und gewann tatsächlich seinen Heim-Grand-Prix. Monza bebte – und Italien hatte seinen neuen Rennsporthelden.
Manchmal schreibt die Formel 1 Geschichten, die eigentlich viel zu schön klingen, um wahr zu sein.
Kimi Antonelli. Italiener. 20 Jahre alt. WM-Führender. Heimrennen in Monza. Startplatz 19. Und am Ende: Sieger!
Mehr Drama geht kaum.
Wegen eines verbotenen Motorenwechsels musste Antonelli beinahe vom Ende des Feldes starten. Was normalerweise sämtliche Siegchancen begräbt, wurde für den Mercedes-Jungstar nur zum Auftakt eines unglaublichen Nachmittags.
Antonelli überholte.
Und überholte.
Und überholte.
Bis irgendwann klar wurde:
Der Junge fährt hier nicht nur um Punkte. Der fährt tatsächlich um den Sieg!
60 Jahre Warten sind vorbei
Drei Runden vor Schluss war es schließlich so weit.
Antonelli zog an seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell vorbei und raste dem größten Triumph seiner jungen Karriere entgegen.
Als er die Ziellinie überquerte, kannte Monza kein Halten mehr.
Ein Italiener gewinnt den Großen Preis von Italien!
Zum ersten Mal seit Ludovico Scarfiotti im Jahr 1966.
60 Jahre hatte Italien auf diesen Moment gewartet.
Und dann kommt ausgerechnet dieser 20-jährige Ausnahmefahrer und liefert eines der spektakulärsten Rennen der jüngeren Formel-1-Geschichte.
Auch statistisch war die Fahrt außergewöhnlich: Seit John Watson 1983 in Long Beach von Startplatz 22 gewonnen hatte, war kein Formel-1-Sieger mehr von so weit hinten gestartet.
Antonelli macht aus Platz 19 Platz eins.
Ein Wahnsinn.
Ein ganzes Land feiert seinen neuen Helden
Nach der Zieldurchfahrt brachen alle Dämme.
Antonelli jubelte ausgelassen, das Mercedes-Team feierte – und selbst unter den traditionell Ferrari-roten Fans war die Begeisterung riesig.
Denn an diesem Nachmittag ging es längst nicht mehr nur um Mercedes gegen Ferrari.
Es ging um einen jungen Italiener, der vor heimischem Publikum eine Aufholjagd für die Ewigkeit hingelegt hatte.
Antonelli selbst konnte sein Glück kaum fassen.
Er sprach von einem Traum, der wahr geworden sei, bedankte sich beim Team und bei den Fans und gestand, dass er sich einen solchen Tag niemals hätte vorstellen können.
Und das Beste für ihn:
Der Sieg war keineswegs geschenkt.
Antonelli musste ihn sich Runde für Runde erarbeiten.
Schon beim Neustart beginnt die unglaubliche Jagd
Dabei begann das Rennen chaotisch.
Bereits in Runde drei sorgte Charles Leclerc mit einem schweren Unfall für eine lange Unterbrechung. Der Ferrari-Star verlor kurz vor der Zielgeraden die Kontrolle über seinen Wagen und schlug heftig in die Reifenstapel ein.
Zum Glück konnte Leclerc das Auto selbst verlassen. Der medizinische Check ergab keine Verletzungen.
Das Rennen musste dennoch rund eine halbe Stunde unterbrochen werden.
Dann:
Stehender Neustart.
Und jetzt begann Antonellis Show endgültig.
Während vorne George Russell, Pierre Gasly, Franco Colapinto und Max Verstappen kämpften, hatte sich Antonelli vom 19. Startplatz bereits bis auf Rang sechs nach vorne gearbeitet.
Von 19 auf sechs innerhalb kürzester Zeit.
Spätestens jetzt wusste jeder in Monza:
Hier passiert etwas Besonderes.
Antonelli pflügt durch das Feld
Vorne wechselten die Positionen.
Verstappen attackierte Russell.
Russell konterte.
Und von hinten kam immer näher dieser silberne Mercedes mit der Nummer des italienischen Wunderkindes.
Antonelli schnappte sich zunächst Verstappen und arbeitete sich weiter an die Spitze heran.
In Runde 19 war es tatsächlich geschafft:
Antonelli führte den Großen Preis von Italien an.
Vom 19. Startplatz.
Vor heimischen Fans.
Das Autodromo Nazionale di Monza verwandelte sich endgültig in einen Hexenkessel.
Doch entschieden war noch gar nichts.
Russell schlug zurück und übernahm erneut die Führung.
Jetzt begann das große Mercedes-Duell.
Mercedes pokert – Antonelli bekommt frische Reifen
Dann entschied Mercedes, die Strategien seiner beiden Fahrer aufzuteilen.
Antonelli kam an die Box und holte sich frische Medium-Reifen.
Russell blieb draußen und versuchte, seine harten Reifen bis zum Ende durchzubringen.
Zwölf Runden vor Schluss lag der Brite rund sieben Sekunden vorne.
Sieben Sekunden.
Für Antonelli bedeutete das:
Vollgas.
Und genau das tat er.
Runde um Runde schmolz Russells Vorsprung.
Die Kameras zeigten immer häufiger den jungen Italiener.
Die Fans standen längst.
Mercedes wusste:
Diese beiden werden sich noch begegnen.
Dann beinahe das Drama
Und plötzlich schien das gesamte Märchen innerhalb weniger Sekunden vorbei zu sein.
Antonelli setzte zum Angriff an.
Er wollte Russell nach Start und Ziel attackieren.
Doch beim Anbremsen der Schikane ging es schief.
Der Mercedes schoss ins Kiesbett.
Monza hielt den Atem an.
War das jetzt alles gewesen?
Hatte Antonelli diese unglaubliche Aufholjagd tatsächlich kurz vor dem Ziel weggeworfen?
Für einen Moment sah es danach aus.
Antonelli selbst sagte später, die Situation habe ihn geschockt. Er habe geglaubt, die Kurve noch schaffen zu können – und für einen Augenblick gedacht, er habe alles vermasselt.
Aber Antonelli bekam das Auto zurück auf die Strecke.
Und dann passierte etwas, das diesen Sieg vielleicht endgültig besonders macht.
Er gab nicht auf.
Runde 50: Monza dreht durch
Antonelli griff wieder an.
Die frischen Reifen funktionierten.
Russells Vorsprung verschwand.
Dann kam Runde 50.
Antonelli war dran.
Angriff.
Vorbei.
FÜHRUNG!
Monza explodierte.
Der 20-Jährige hatte es tatsächlich geschafft.
Vom 19. Startplatz bis ganz nach vorne.
George Russell konnte nicht mehr antworten.
Drei Runden später sah Antonelli die Zielflagge.
Sieg beim Heim-Grand-Prix.
Ein Moment für die italienischen Motorsport-Geschichtsbücher.
Russell macht den Mercedes-Doppelsieg perfekt
Auch George Russell hatte allen Grund, zufrieden zu sein.
Der Brite wurde Zweiter und machte damit den Mercedes-Doppelsieg perfekt.
Nach dem Rennen gratulierte er seinem jungen Teamkollegen fair und sprach von einem unglaublichen Ergebnis.
Russell hatte beinahe das komplette Rennen mit einem Reifensatz bestritten. Am Ende fehlte ihm gegen Antonellis deutlich frischere Pneus die nötige Geschwindigkeit.
Mercedes hatte gepokert.
Antonelli hatte gewonnen.
Verstappen Dritter – McLaren geschlagen
Hinter den beiden Mercedes landete Max Verstappen auf Rang drei.
Der Red-Bull-Star mischte insbesondere in der ersten Rennhälfte kräftig im Kampf um die Spitze mit, musste sich am Ende aber mit dem letzten Platz auf dem Podium begnügen.
Dahinter folgten die beiden McLaren.
Oscar Piastri wurde Vierter, Weltmeister Lando Norris Fünfter.
Norris war nach seinen Siegen in Budapest und Zandvoort mit großen Erwartungen nach Italien gekommen, konnte die Mercedes-Party diesmal aber nicht verhindern.
Ferrari erlebt ausgerechnet zu Hause einen Albtraum
Während ganz Italien Antonelli feierte, endete Ferraris Heimrennen bitter.
Charles Leclerc war nach seinem schweren Unfall früh ausgeschieden.
Lewis Hamilton konnte die Hoffnungen der Tifosi ebenfalls nicht retten.
Mehr als Rang sechs sprang für ihn nicht heraus.
Damit gab es zwar italienischen Jubel in Monza – nur eben nicht in Rot.
Die großen Gewinner trugen Silber.
Antonelli baut WM-Führung deutlich aus
Und dieser Sieg könnte am Ende noch wesentlich mehr bedeuten als „nur“ einen historischen Heimerfolg.
Antonelli führt die Weltmeisterschaft nun 66 Punkte vor George Russell an.
Sieben Grand-Prix-Siege hat der 20-Jährige inzwischen auf seinem Konto.
Und spätestens nach diesem Nachmittag muss man feststellen:
Antonelli ist nicht einfach nur ein großes Talent.
Er ist der Mann, den in dieser Saison alle schlagen müssen.
Ein Rennen für die Ewigkeit
Monza hat in seiner langen Geschichte unzählige große Rennen erlebt.
Ferrari-Siege.
Weltmeister.
Dramen.
Triumphe.
Aber dieser 6. September 2026 dürfte einen besonderen Platz bekommen.
Ein 20-jähriger Italiener startet von Position 19.
Er kämpft sich durch das Feld.
Überholt Weltmeister und Grand-Prix-Sieger.
Er übernimmt die Führung.
Verliert sie wieder.
Er fährt ins Kies.
Kommt zurück.
Greift erneut an.
Und gewinnt.
Vor seinem eigenen Publikum.
60 Jahre nach dem letzten italienischen Monza-Sieger.
Das kann man sich kaum besser ausdenken.
Kimi Antonelli hat es trotzdem getan.
Italien hat seinen neuen Formel-1-Helden
Als Antonelli nach dem Rennen jubelnd vor den Fans stand, war endgültig klar:
Das war mehr als ein Grand-Prix-Sieg.
Es war ein Moment, an den sich die Menschen in Monza noch sehr lange erinnern werden.
Ein Italiener.
Ein Heimrennen.
Startplatz 19.
Sieg.
Und vielleicht auf dem Weg zum WM-Titel.
Nächste Woche wartet bereits der neue Grand Prix von Madrid.
Doch bevor es dort weitergeht, darf Antonelli diesen Moment genießen.
Denn solche Tage gibt es selbst in der Formel 1 nur ganz selten.
Kimi Antonelli hat Monza erobert.
Und Italien liegt ihm zu Füßen.
| 1. | Kimi Antonelli | ITA | Mercedes | 1:51:15,281 |
| 2. | George Russell | GBR | Mercedes | + 3,857 |
| 3. | Max Verstappen | NED | Red Bull | 14,718 |
| 4. | Oscar Piastri | AUS | McLaren | 19,056 |
| 5. | Lando Norris | GBR | McLaren | 19,253 |
| 6. | Lewis Hamilton | GBR | Ferrari | 24,655 |
| 7. | Pierre Gasly | FRA | Alpine | 27,351 |
| 8. | Arvid Lindblad | GBR | Racing Bulls | 45,136 |
| 9. | Franco Colapinto | ARG | Alpine | 47,353 |
| 10. | Yuki Tsunoda | JPN | Racing Bulls | 58,187 |
| 11. | Gabriel Bortoleto | BRA | Audi | 1:05,187 |
| 12. | Nico Hülkenberg | GER | Audi | 1:06,187 |
| 13. | Carlos Sainz | ESP | Williams | 1:14,117 |
| 14. | Liam Lawson | NZL | Red Bull | 1:15,609 |
| 15. | Oliver Bearman | GBR | Haas | 1:18,958 |
| 16. | Esteban Ocon | FRA | Haas | 1 Runde |
| 17. | Alexander Albon | THA | Williams | 1 Runde |
| 18. | Sergio Perez | MEX | Cadillac | 1 Runde |
| 19. | Valtteri Bottas | FIN | Cacillac | 2 Runden |
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