Mexiko-Stadt hat viele Probleme: Verkehrschaos, Luftverschmutzung, Wasserknappheit. Jetzt kommt noch hinzu, dass die Millionenmetropole langsam im Boden verschwindet – und zwar inzwischen so deutlich, dass selbst Satelliten aus dem All zuschauen können.
Neue Aufnahmen des NASA-Satelliten „NISAR“ zeigen, dass Teile der mexikanischen Hauptstadt monatlich um mehr als zwei Zentimeter absinken. Hochgerechnet verliert die Stadt damit mancherorts fast 25 Zentimeter Höhe pro Jahr.
Für eine Metropole mit rund 22 Millionen Einwohnern ist das eher suboptimal.
Die Ursache ist allerdings denkbar menschlich: Jahrzehntelang pumpte Mexiko-Stadt gigantische Mengen Grundwasser aus dem Untergrund, auf dem die Stadt gebaut wurde. Das Problem dabei: Wenn man einem ehemaligen Seeboden permanent Wasser entzieht, reagiert dieser irgendwann wie ein schlecht aufgeblasenes Luftbett.
Der Boden sackt ab.
Besonders betroffen sind laut NASA der Flughafen und mehrere dicht bebaute Stadtteile. Straßen reißen auf, Gebäude kippen schief, Wasserleitungen brechen – kurz gesagt: Die Infrastruktur erlebt gerade ihre persönliche Gravitationserfahrung.
Das Tragikomische daran: Die Stadt versinkt ausgerechnet wegen ihres Versuchs, genügend Wasser bereitzustellen. Rund 60 Prozent des Trinkwassers stammen aus dem unterirdischen Aquifer, der inzwischen so leergepumpt wird, dass Experten seit Jahren vor einem möglichen „Day Zero“ warnen – dem Moment, in dem einfach kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt.
Mexiko-Stadt schafft damit etwas Beeindruckendes:
Sie trocknet aus und sinkt gleichzeitig.
Hinzu kommt die massive Urbanisierung. Immer neue Gebäude, Straßen und Infrastruktur drücken zusätzlich auf den weichen Untergrund. Der Boden unter der Stadt besteht zu großen Teilen aus tonhaltigem Sediment – geologisch ungefähr so belastbar wie ein nasser Schwamm unter einem Kleinwagen.
Selbst berühmte Wahrzeichen bleiben nicht verschont. Das „Angel of Independence“-Monument aus dem Jahr 1910 musste inzwischen um zusätzliche Stufen ergänzt werden, weil der Boden darunter immer weiter absinkt.
Anders formuliert:
Die Stadt baut inzwischen Treppen nach unten.
Für die NASA wiederum ist das Ganze ein wissenschaftlicher Erfolg. Der neue Satellit kann minimale Bodenbewegungen millimetergenau erfassen und soll künftig weltweit Veränderungen beobachten – von Gletschern bis zu Vulkanen.
In Mexiko-Stadt allerdings braucht man dafür inzwischen kaum noch Hightech. Dort reicht vielerorts offenbar ein Blick aus dem Fenster, um festzustellen:
Die Stadt bewegt sich. Leider in die falsche Richtung.
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