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Die Republikaner haben wieder Angst vor Trump – und genau das könnte ihr Problem werden

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Donald Trump hat seiner Partei erneut gezeigt, wer das Sagen hat. Wer ihm widerspricht, verliert seinen Sitz. Wer loyal bleibt, darf weiter mitspielen. Die Republikaner haben diese Botschaft verstanden – vielleicht etwas zu gut.

Die Vorwahlen in Indiana waren dafür ein perfektes Lehrstück. Mehrere republikanische Senatoren hatten es gewagt, Trumps neuen Wahlkreisplan nicht zu unterstützen. Eine seltene Form politischen Eigenlebens innerhalb der heutigen GOP. Trump reagierte wie gewohnt: Er erklärte die Abweichler praktisch zu Staatsfeinden – und ließ sie politisch beseitigen.

Fünf der sieben Republikaner, die sich gegen ihn gestellt hatten, verloren nun ihre Vorwahlen.

Die Partei hat damit endgültig gelernt:
Man darf in der GOP vieles sein – konservativ, radikal, verschwörungsoffen oder ideologisch flexibel. Nur eines darf man nicht sein: gegen Trump.

Lindsey Graham hatte dieses Verhältnis bereits 2021 erstaunlich ehrlich beschrieben. Trump könne die Partei „größer, stärker und vielfältiger“ machen, sagte er damals. Er könne sie aber auch zerstören.

Die Republikaner entschieden sich offenbar dafür, auf die Magie zu hoffen und die Drohung zu ignorieren.

Das Problem dabei: Trump mag weiterhin die Partei kontrollieren. Das Land kontrolliert er damit noch lange nicht.

Denn während Republikaner intern auf Linie gebracht werden, sinken Trumps Zustimmungswerte extern weiter bedrohlich ab. In normalen politischen Zeiten würden Parteistrategen spätestens jetzt hektisch versuchen, Abstand zum Präsidenten aufzubauen.

So lief es bei George W. Bush.
So lief es bei fast jedem unbeliebten Präsidenten.

Nicht aber bei Trump.

Die Republikaner tun stattdessen exakt das Gegenteil: Sie klammern sich noch enger an ihn – aus Angst vor politischen Vergeltungsaktionen.

Das führt inzwischen zu bemerkenswerten Szenen.

Da wäre etwa Trumps geplanter Luxus-Ballsaal in Washington. Ein Projekt, das ungefähr so volksnah wirkt wie ein Goldaufzug in einer Lebensmittelkrise. Eigentlich wäre so etwas mitten in einer wirtschaftlich angespannten Lage politischer Selbstmord.

Doch statt Distanz zu schaffen, diskutieren Republikaner ernsthaft darüber, Milliarden an Steuergeld für Sicherheitsmaßnahmen rund um den Ballsaal bereitzustellen.

Denn wenn Trump einen Palast möchte, liefert die Partei den Teppich gleich mit.

Ähnlich absurd wirkt inzwischen die republikanische Haltung zum Iran-Krieg. Trump wechselt dort fast täglich zwischen Drohung, Waffenstillstand, Ultimatum und Friedenshoffnung – oft innerhalb derselben Pressekonferenz.

Ein militärisches Projekt wird gestartet, dann pausiert, dann wieder angekündigt, dann als strategischer Erfolg verkauft, obwohl niemand genau erklären kann, worin dieser Erfolg besteht.

Die Umfragen dazu sind verheerend. Eine Mehrheit der Amerikaner hält den Krieg inzwischen für einen Fehler. Trotzdem wagt kaum ein Republikaner offenen Widerspruch.

Warum?

Weil jeder gesehen hat, was mit den Abweichlern passiert.

Die GOP wirkt inzwischen wie eine Partei, die weniger von politischer Überzeugung als von Überlebensinstinkt gesteuert wird. Viele Republikaner wissen offenbar selbst, dass manche Entscheidungen ihrem Wahlkampf schaden. Aber sie wissen eben auch:
Ein wütender Trump ist gefährlicher als schlechte Umfragen.

Das könnte sich bei den Zwischenwahlen 2026 rächen.

Denn die Partei gewinnt vielleicht weiterhin interne Machtkämpfe. Aber außerhalb der republikanischen Blase wächst gleichzeitig der Eindruck einer politischen Bewegung, die sich vollständig um die Bedürfnisse, Stimmungen und Launen eines einzelnen Mannes organisiert.

Kurzfristig hält das die Partei geschlossen.
Langfristig könnte genau diese Geschlossenheit sie in den Abgrund führen.

Oder wie Lindsey Graham es formulierte:
Trump kann die Republikaner stärker machen.

Er kann sie aber eben auch zerstören.

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