Bei einem schweren Bombenanschlag im Westen Kolumbiens sind nach offiziellen Angaben 14 Menschen getötet und mindestens 38 weitere verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich nach Angaben der Behörden auch fünf Minderjährige.
Der Gouverneur der Region Cauca, Octavio Guzmán, bestätigte die Opferzahlen über den Onlinedienst X. Der Anschlag ereignete sich auf einer Straße in der konfliktreichen Region im Südwesten des Landes.
Präsident Petro macht Farc-Abspalter verantwortlich
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro machte für den Anschlag den Anführer abtrünniger Mitglieder der ehemaligen Guerillaorganisation Farc verantwortlich. Die frühere Rebellenbewegung hatte 2016 ein Friedensabkommen mit der Regierung geschlossen, doch mehrere Splittergruppen kämpfen bis heute weiter – häufig mit enger Verbindung zum Drogenhandel.
Sicherheitslage vor Wahltermin angespannt
Die Lage in Kolumbien ist im Vorfeld der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 31. Mai ohnehin hoch angespannt. Erst am Vortag war bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in der Region Cali ein Mensch getötet worden.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kam es allein in den Regionen Cauca und Valle del Cauca innerhalb von nur zwei Tagen zu 26 bewaffneten Angriffen.
Gewaltkonflikt seit Jahrzehnten
Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und kriminellen Drogenkartellen.
Viele der einst ideologisch geprägten Gruppen haben sich inzwischen zu kriminellen Netzwerken entwickelt, die vor allem vom lukrativen Kokainhandel profitieren. Besonders der Westen und Südwesten des Landes gelten weiterhin als Brennpunkte der Gewalt.
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