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Malis Verteidigungsminister bei Anschlag getötet – Rebellen überziehen das Land mit Angriffswelle

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Malis Verteidigungsminister Sadio Camara ist bei einem schweren Anschlag nahe der Hauptstadt Bamako ums Leben gekommen. Nach Angaben der Regierung wurde sein Wohnsitz in Kati am Samstag von einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug attackiert, das von einem Selbstmordattentäter gesteuert wurde.

Mehrere Medien hatten bereits zuvor über seinen Tod berichtet. Das Staatsfernsehen bestätigte später, dass Camara seinen Verletzungen erlag. Laut Regierung soll er sich den Angreifern noch bewaffnet entgegengestellt und einige von ihnen ausgeschaltet haben, bevor er schwer verletzt wurde und im Krankenhaus starb.

Berichten zufolge wurden bei dem Angriff auch mindestens drei Familienmitglieder des Ministers getötet. Das Haus stürzte teilweise ein, zudem wurde eine nahegelegene Moschee zerstört. Auch dort soll es Tote unter den Gläubigen gegeben haben.

Der Anschlag ist Teil einer landesweiten Serie koordinierter Angriffe durch jihadistische Gruppen und separatistische Rebellen. Besonders betroffen waren neben Kati auch Gao, Kidal, Sévaré und Mopti. Beobachter sprechen von der schwersten abgestimmten Angriffswelle in Mali seit Jahren.

Im Norden des Landes lieferten sich die malische Armee, russische Söldner und die separatistische Azawad Liberation Front (FLA) heftige Gefechte. Die FLA erklärte, russische Kämpfer des sogenannten Africa Corps hätten sich nach einer Einigung aus Kidal zurückgezogen. Später behauptete die Gruppe sogar, die Stadt vollständig unter Kontrolle zu haben. Eine offizielle Bestätigung der malischen Armee dafür gibt es bislang nicht.

Die FLA kämpft seit Jahren für einen unabhängigen Tuareg-Staat im Norden Malis. Parallel dazu verübt die mit al-Qaida verbundene Terrorgruppe Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) immer wieder Angriffe auf Militär und Staatseinrichtungen.

Das Staatsfernsehen meldete zunächst 16 Verletzte, darunter Zivilisten und Soldaten, und sprach von „begrenzten Schäden“. Gleichzeitig hieß es, mehrere „Terroristen“ seien getötet worden und die Lage sei unter Kontrolle. Das Militär räumte jedoch ein, dass die Kämpfe in mehreren Regionen andauern.

Als Reaktion wurde landesweit Alarm ausgelöst. Die Sicherheitskräfte verstärkten Patrouillen und Kontrollpunkte, in mehreren Gebieten gelten Ausgangssperren. In Bamako dürfen sich Menschen derzeit zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens nicht frei bewegen.

International sorgte die Eskalation für Besorgnis. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Gewalt scharf und erklärte seine Solidarität mit der Bevölkerung Malis. Auch die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas sowie die Afrikanische Union äußerten sich alarmiert.

Mali wird seit einem Militärputsch 2020 von General Assimi Goïta regiert. Die Junta hatte einst versprochen, die Sicherheitslage zu stabilisieren. Doch trotz russischer Söldnerunterstützung und dem Abzug französischer Truppen sowie UN-Blauhelme bleibt die Lage außer Kontrolle: Große Teile des Nordens und Ostens entziehen sich weiterhin der Kontrolle des Staates.

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