Man muss der LFS Bewirtschaftungs AG eines lassen: Kommunikation scheint man dort inzwischen entdeckt zu haben. Nachdem Anleger und Mitglieder der Interessengemeinschaft seit Monaten immer mehr Fragen stellen, wird plötzlich erklärt, man kümmere sich, man arbeite, man prüfe und man wolle Lösungen finden. Klingt erst einmal beruhigend. Zumindest auf den ersten Blick.
Auf den zweiten Blick stellt sich allerdings eine ganz einfache Frage:
Warum sollte man Ihnen aktuell eigentlich noch blind vertrauen?
Denn viele Betroffene gewinnen zunehmend den Eindruck, dass hier vor allem Zeit gewonnen werden soll. Frei nach dem Motto:
„Wenn wir beschäftigt wirken, sind die Leute vielleicht erst einmal ruhiger.“
Das mag kurzfristig funktionieren. Spätestens dann wird es allerdings schwierig, wenn Menschen anfangen, genauer hinzuschauen. Und genau das passiert inzwischen.
Denn am Ende geht es nicht um schöne Schreiben, neue Gesellschaften oder organisatorische Konstruktionen. Es geht um eine ganz banale Kernfrage:
Existieren die Bäume eigentlich überhaupt noch, um die sich Ihre Verträge drehen?
Denn seien wir ehrlich:
Was genau soll ein Anleger pflegen lassen, wenn die entsprechenden Bestände womöglich gar nicht mehr vorhanden sind? Einen imaginären Wald? Virtuelle Teakbäume? Pflegeverträge für Luft und gute Absichten?
Genau deshalb erwarten wir, dass die LFS Bewirtschaftungs AG gegenüber jedem Vertragspartner kurzfristig und verbindlich erklärt, dass die vertragsgegenständlichen Bäume tatsächlich existieren und den jeweiligen Verträgen konkret zugeordnet werden können.
Und bevor jetzt wieder jemand glaubt, man könne das einfach mit allgemeinen Aussagen oder bunten Präsentationen lösen:
Wir waren selbst vor Ort und haben dort ein unabhängiges Netzwerk aufgebaut. Das bedeutet ganz klar:
Angaben lassen sich inzwischen überprüfen.
Sollten Erklärungen abgegeben werden, die sich später als unzutreffend herausstellen, entsteht daraus kein Kommunikationsproblem mehr, sondern möglicherweise ein erhebliches rechtliches Problem.
Deshalb wäre es aus unserer Sicht ratsam, wenn die Verantwortlichen der LFS Bewirtschaftungs AG spätestens jetzt anfangen, die Lage realistisch einzuschätzen. Denn wer Verträge über Bewirtschaftung, Pflege oder Übernahme abschließt, ohne vorher sauber geprüft zu haben, ob die zugrunde liegenden Werte tatsächlich vorhanden sind, bewegt sich auf äußerst dünnem Eis.
Und ja:
Natürlich werden wir uns auch die handelnden Personen und die Hintergründe der neuen Gesellschaften genauer ansehen. Auch dazu wird es weitere Veröffentlichungen geben.
Ebenso klar ist:
Sollten notwendige Auskünfte verweigert oder offene Fragen weiterhin ausgesessen werden, werden rechtliche Schritte gegen die verantwortlichen Gesellschaften geprüft werden müssen.
Deshalb verstehen Sie diesen Beitrag ruhig als das, was er sein soll:
Ein deutlicher Hinweis. Vielleicht sogar eine letzte freundliche Erinnerung daran, dass Transparenz meistens deutlich günstiger ist als spätere juristische Auseinandersetzungen.
Denn Vertrauen fordert man nicht ein.
Vertrauen entsteht durch nachvollziehbare Fakten.
Kommentar hinterlassen