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Legionärskrankheit in New York: Behörden prüfen Kühltürme nach Ausbruch

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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In New York wächst die Sorge vor einem Ausbruch der Legionärskrankheit. Auf der Upper East Side wurden inzwischen 46 Fälle registriert. Die Behörden bringen die Infektionen mit kontaminierten Kühltürmen von Gebäuden in Verbindung und lassen derzeit Anlagen in der betroffenen Gegend untersuchen.

Viele Anwohner reagieren verunsichert. Justine Kirby trägt seit einigen Tagen jedes Mal eine N95-Maske, wenn sie ihre Wohnung verlässt. Auch ihre Fenster hält sie geschlossen. Sie wohnt in einem ruhigen Viertel der Upper East Side, das nun im Zentrum der Gesundheitswarnung steht.

»In der Nachbarschaft gibt es ein erhebliches Maß an Sorge«, sagte Kirby. Sie selbst halte das Risiko zwar möglicherweise für gering, sehe aber keinen Nachteil darin, vorübergehend zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, solange die Reinigung und Desinfektion der Anlagen nicht abgeschlossen sei.

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung, ausgelöst durch Legionella-Bakterien. Diese vermehren sich besonders in warmem Wasser. Menschen können sich infizieren, wenn sie winzige Wassertröpfchen einatmen, die mit den Bakterien belastet sind. Symptome ähneln zunächst oft einer Grippe, können aber schwer verlaufen und unbehandelt tödlich sein, besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden mussten bis Mittwochabend 22 Erkrankte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Einige von ihnen wurden auf Intensivstationen behandelt.

Die aktuelle Häufung wird nach Einschätzung von Fachleuten durch Kühltürme größerer Gebäude verursacht. Dort können sich Legionellen ansiedeln und vermehren. Über den feinen Wassernebel der Anlagen gelangen die Bakterien in die Luft. Wer diesen Nebel einatmet, kann erkranken, erklärte Wafaa El-Sadr, Professorin für Epidemiologie an der Columbia University Mailman School of Public Health.

Die Stadtverwaltung kündigte in dieser Woche ein »aggressives« Vorgehen gegen den Ausbruch an. Alle Kühltürme in der betroffenen Gegend sollen getestet werden. Das Gesundheitsamt und das Büro des Bürgermeisters beantworteten zunächst nicht die Frage der BBC, ob diese Tests bereits abgeschlossen seien.

Die Behörden verschärften zudem das Vorgehen gegen belastete Anlagen. Gebäudeeigentümer müssen ihre Kühltürme nun schon nach einem positiven Testergebnis vollständig reinigen und desinfizieren lassen. Bisher wurde teils auf weitere Tests gewartet, um den Nachweis der Bakterien zu bestätigen. Mehrere Eigentümer hätten die Reinigung bereits abgeschlossen, andere hätten damit begonnen, teilte das Gesundheitsamt mit.

Bei einer Bürgerversammlung in einer Kirche auf der Upper East Side versuchten Vertreter der Stadt, die Anwohner zu beruhigen. New Yorks Gesundheitskommissar Alister Martin sagte, es sei eine gute Nachricht, dass die Fälle früh erkannt worden seien. In der betroffenen Region würden 160 Kühltürme überprüft, und die Stadt warte nicht ab.

Kritik kommt dennoch aus der Kommunalpolitik. Julie Menin, Sprecherin des New Yorker Stadtrats, äußerte die Sorge, dass nicht genug getan werde. In einem Schreiben an Martin erklärte sie, sie sei »zutiefst besorgt«, dass das Gesundheitsamt Gebäudeeigentümer nicht verpflichtet habe, alle Kühltürme im Untersuchungsgebiet vorsorglich zu desinfizieren.

Kirby sagte, die Testmaßnahmen der Stadt beruhigten sie zwar teilweise. Zugleich hätten sie und viele andere Teilnehmer der Versammlung weiterhin Fragen dazu, wie sie sich am besten schützen könnten. Die Stadt rät den Menschen bislang, auf Symptome zu achten und bei Beschwerden medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, einschließlich Tests.

Kirby hätte sich konkretere Hinweise gewünscht. Die Behörden könnten etwa sagen, dass sie wegen des geringen Risikos nicht allen Menschen das Tragen von Masken im Freien empfehlen, dass eine gut sitzende Maske aber Schutz bieten könne.

Das Gesundheitsamt beantwortete zunächst nicht die Frage, ob Anwohnern in der betroffenen Gegend Masken empfohlen werden. Epidemiologin El-Sadr sagte jedoch, Masken und geschlossene Fenster könnten für Menschen im Zentrum des Ausbruchs hilfreich sein.

El-Sadr warnte außerdem, steigende Temperaturen infolge des Klimawandels könnten Ausbrüche der Legionärskrankheit begünstigen. Die Krankheit beschäftigt New York und andere Großstädte allerdings schon seit Jahrzehnten.

Auch anderswo kam es zuletzt zu größeren Ausbrüchen. In London im kanadischen Ontario wurden 2025 insgesamt 105 Fälle und fünf Todesfälle registriert. Im vergangenen August infizierten sich in Harlem im Norden Manhattans 114 Menschen, sieben starben. Später wurden Kühltürme am Harlem Hospital und am nahe gelegenen Standort eines neuen städtischen Gesundheitslabors als Quellen identifiziert.

Die Upper East Side verfügt über besonders viele Kühltürme. Nach Angaben des New Yorker Gesundheitsamts gibt es dort mehr als dreimal so viele Anlagen wie in dem Gebiet, das während des Harlem-Ausbruchs 2025 untersucht wurde. Genau diese Dichte macht die Suche nach der Quelle nun besonders dringlich.

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