Wer durch einen Supermarkt geht, wird meist zuerst mit stark verarbeiteten, zuckerreichen und besonders verlockenden Produkten konfrontiert. Forschende warnen seit Jahren davor, dass genau diese Lebensmittel wesentlich zur weltweiten Zunahme von Übergewicht beitragen. Immer deutlicher wird dabei auch: Nicht nur das Essen selbst, sondern bereits die Verpackung und Kennzeichnung beeinflussen maßgeblich, was Menschen kaufen und konsumieren.
Studien zeigen, dass kleine Änderungen bei Lebensmittelkennzeichnungen das Verhalten der Verbraucher deutlich verändern können. Fachleute sprechen inzwischen von einer „adipogenen“ Lebensmittelumgebung – einer Umgebung also, die Übergewicht regelrecht begünstigt. Ursache seien vor allem aggressive Vermarktung, ständige Verfügbarkeit und gezielte Platzierung ungesunder Produkte.
Laut einer Studie des Fachjournals „Lancet“ könnte bis 2050 mehr als die Hälfte aller Erwachsenen weltweit übergewichtig sein, falls keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Gesundheitsforscher Franco Sassi vom Imperial College London betont, dass Konsumenten ihre Entscheidungen oft für frei halten, tatsächlich aber stark von ihrer Umgebung beeinflusst werden. „Die Umwelt bestimmt weitgehend, was wir wählen – auch wenn wir glauben, selbst die Kontrolle zu haben“, sagt er.
Besonders kritisch sehen Experten sogenannte ultra-verarbeitete Lebensmittel (UPFs). Diese Produkte werden laut Forschern gezielt so entwickelt, dass sie möglichst attraktiv und schwer widerstehbar wirken. Gleichzeitig häufen sich Hinweise auf Zusammenhänge mit schweren Erkrankungen und einem erhöhten Sterberisiko.
Wie wirkungsvoll klare Warnhinweise sein können, zeigt Chile. Dort müssen seit 2016 schwarze Warnsymbole auf Produkten angebracht werden, die besonders viel Zucker, Salz oder Kalorien enthalten. In der Folge sank der Kauf stark kalorienhaltiger Produkte um fast 24 Prozent.
Auch in Europa setzen mehrere Länder inzwischen auf den sogenannten Nutri-Score. Die Farb- und Buchstabenskala von Grün/A bis Rot/E soll Verbrauchern helfen, den Nährwert von Lebensmitteln schneller einzuschätzen. Entwickelt wurde das System in Frankreich. Laut den beteiligten Forschern führte die Kennzeichnung bereits dazu, dass Hersteller Rezepturen änderten, Zucker reduzierten und verstärkt Vollkornprodukte einsetzten.
Neben klareren Kennzeichnungen sehen Wissenschaftler auch Aufklärung als entscheidend an. Eine aktuelle Studie des University College London zeigte, dass individuelle Ernährungsberatung den Konsum ultra-verarbeiteter Lebensmittel deutlich senken kann. Teilnehmer reduzierten ihren UPF-Konsum um rund 25 Prozent und berichteten zugleich über Gewichtsverlust und ein besseres Wohlbefinden.
Experten betonen jedoch, dass Einzelmaßnahmen allein nicht ausreichen werden. Nötig sei ein grundlegender Wandel der gesamten Lebensmittelumgebung – von der Produktion über die Werbung bis hin zur Preisgestaltung gesunder Produkte.
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