Ein fremdenfeindlicher Protest hat am Samstag den Verkehr rund um den britischen Fährhafen Dover vorübergehend massiv beeinträchtigt. Hunderte teilweise vermummte Demonstrierende blockierten am Morgen mehrere Zufahrtsstraßen zum Hafen und brachten den Fährverkehr zeitweise zum Stillstand.
Die Teilnehmer protestierten gegen die Ankunft irregulärer Migrantinnen und Migranten, die von Frankreich aus in kleinen Booten den Ärmelkanal überqueren. Auf im Internet verbreiteten Aufnahmen waren zahlreiche schwarz gekleidete Menschen mit Sturmhauben zu sehen, die sich auf den Zugangsstraßen zum Hafengelände versammelten.
Nach Angaben der Hafenverwaltung entspannte sich die Lage im Laufe des Vormittags wieder. Gegen Mittag konnte der Verkehr demnach wieder weitgehend ungehindert fließen. Die Polizei erklärte, die Demonstrierenden hätten sich gegen 13.00 Uhr MESZ zurückgezogen. Festnahmen habe es keine gegeben.
Die britische Regierung reagierte mit deutlicher Kritik auf die Blockade. Ein Sprecher betonte, das Recht auf friedlichen Protest sei ein grundlegender Bestandteil der Demokratie. Gleichzeitig verurteile man das Verhalten in Dover sowie die erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Die Debatte über irreguläre Migration über den Ärmelkanal gehört seit Jahren zu den politisch besonders umstrittenen Themen in Großbritannien. Jährlich erreichen Tausende Menschen die südostenglische Küste in kleinen Booten.
Die Regierung in London versucht gemeinsam mit Frankreich, die Zahl der Überfahrten zu reduzieren. Nach offiziellen Angaben wurden in diesem Sommer so wenige Boote registriert wie seit 2019 nicht mehr. Als Grund dafür gelten unter anderem verstärkte Kontrollen und bilaterale Vereinbarungen zwischen beiden Ländern.
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