Startseite Allgemeines Kreuzfahrtschiff mit Hantavirus-Fällen nimmt Kurs auf Kanaren
Allgemeines

Kreuzfahrtschiff mit Hantavirus-Fällen nimmt Kurs auf Kanaren

ThomasWolter (CC0), Pixabay
Teilen

Nach dem bestätigten Ausbruch des gefährlichen Hantavirus auf dem Expeditionsschiff „MV Hondius“ sind zwei schwer erkrankte Personen zur Behandlung in die Niederlande ausgeflogen worden. Wie der Betreiber Oceanwide Expeditions mitteilte, befindet sich ein dritter Passagier in stabilem Zustand, sein Evakuierungsflug verzögerte sich jedoch.

Das Schiff hatte zuvor drei Tage vor den Kapverden geankert und nimmt inzwischen Kurs auf die Kanarischen Inseln. An Bord befinden sich weiterhin 146 Menschen aus 23 Ländern unter strengen Vorsichtsmaßnahmen.

Unter den Evakuierten sind ein britischer, ein niederländischer und ein deutscher Staatsbürger. Der 65-jährige Deutsche stand laut Reederei in engem Kontakt zu jener deutschen Passagierin, die am 2. Mai an Bord starb. Insgesamt kamen seit Beginn der Reise Anfang April bereits drei Menschen ums Leben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte inzwischen acht mögliche Fälle von Hantavirus im Zusammenhang mit dem Schiff – drei davon gelten als bestätigt. Zwei Patienten wurden mit der besonders gefährlichen Andes-Variante infiziert, die in Südamerika vorkommt und als eine der wenigen Hantavirus-Arten auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Die Kreuzfahrt hatte Anfang April in Ushuaia in Argentinien begonnen. Der erste Todesfall ereignete sich bereits am 11. April. Eine weitere Passagierin wurde Ende April auf St. Helena ausgeflogen und starb später in Johannesburg. Gesundheitsbehörden verfolgen nun mögliche Kontaktpersonen auf mehreren internationalen Flügen.

Auch in den USA, Großbritannien und der Schweiz beobachten Behörden ehemalige Passagiere. In der Schweiz wurde bereits ein weiterer bestätigter Fall registriert. In den USA stehen drei Rückkehrer unter Beobachtung, zeigen bislang aber keine Symptome.

Die Behörden auf den Kanaren reagieren nervös auf die geplante Ankunft des Schiffes in Teneriffa. Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, kritisierte die Entscheidung scharf und erklärte, man habe zu wenige Informationen erhalten. Spaniens Gesundheitsministerium versicherte hingegen, dass sämtliche Passagiere medizinisch untersucht würden und keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe.

Hantaviren werden normalerweise durch Nagetiere übertragen. Experten vermuten jedoch, dass es auf der „MV Hondius“ auch zu Übertragungen zwischen Menschen gekommen sein könnte. Die WHO betont allerdings, dass das Risiko für die Allgemeinheit gering sei, da eine Ansteckung meist engen körperlichen Kontakt voraussetze.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Warnung vor Ficbank – keine Zulassung

Die Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA) warnt ausdrücklich vor Geschäften mit dem Anbieter Ficbank,...

Allgemeines

Risiko:Junge Menschen

Chinas Geheimdienst hat ein neues nationales Sicherheitsrisiko entdeckt: junge Menschen mit Burnout,...

Allgemeines

NEW EUROP

Europa entdeckt langsam seine große Liebe zur strategischen Eigenständigkeit – nachdem man...

Allgemeines

Erlaubt

Die EU-Kommission hat Deutschlands neuestes Lieblingsprojekt abgesegnet: Milliardenhilfen für die Industrie, damit...