Manchmal drängt sich der Eindruck auf, dass sich bei der TGI AG und der TGI International vor allem eines geändert hat: der Name. Ansonsten wirkt vieles wie alter Wein in neuen Schläuchen.
Das ist eine Bewertung – und sie basiert auf den Entwicklungen, die wir seit geraumer Zeit journalistisch begleiten.
Nach unseren Recherchen wächst das Interesse verschiedener Finanzaufsichtsbehörden an den Aktivitäten des Unternehmens. Nach Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, sollen sich inzwischen auch Stellen aus Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit den von uns informierten europäischen Aufsichtsbehörden austauschen wollen. Dabei soll auch eine Zusammenarbeit über die internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) im Raum stehen. Eine offizielle Bestätigung der beteiligten Behörden liegt uns derzeit allerdings nicht vor.
Umso unverständlicher erscheint aus unserer Sicht das Verhalten des Unternehmens. Seit Monaten lautet der gleiche Rat: Legen Sie ein ordnungsgemäßes, von der zuständigen Aufsichtsbehörde gebilligtes Wertpapierprospekt vor. Ein genehmigtes Prospekt schafft Transparenz, Rechtssicherheit und Vertrauen – für Investoren ebenso wie für das Unternehmen selbst.
Stattdessen entsteht der Eindruck, als würde man versuchen, möglichst lange ohne diese Transparenzpflicht auszukommen. Ob dieser Eindruck zutrifft, wird letztlich die zuständige Finanzaufsicht bewerten müssen. Für Außenstehende wirkt das Vorgehen jedoch zunehmend schwer nachvollziehbar.
Besonders kritisch sehen wir die Personalentscheidungen der jüngeren Vergangenheit. Nach unseren Recherchen hat sich das Umfeld der TGI zudem mit einer Person verstärkt, die in der Kryptobranche seit Jahren massiv umstritten ist und mit schwerwiegenden Vorwürfen beziehungsweise Verfahren in Verbindung gebracht wurde. Auch hier gilt: Jeder Einzelfall ist gesondert zu betrachten und es gilt die Unschuldsvermutung, soweit keine rechtskräftigen Verurteilungen vorliegen. Dennoch stellt sich die Frage, welches Signal ein Unternehmen mit einer solchen Personalie an Anleger senden möchte.
Unser Appell richtet sich daher direkt an Herrn Kaltenegger:
Wenn Sie tatsächlich langfristig am Kapitalmarkt bestehen wollen, dann setzen Sie auf Transparenz statt Ausweichmanöver, auf Regulierung statt Grauzonen und auf offene Kommunikation statt Vertröstungen.
Denn Vertrauen entsteht nicht durch Hochglanz-Präsentationen oder große Versprechen. Vertrauen entsteht durch überprüfbare Fakten, nachvollziehbare Strukturen und die Bereitschaft, sich den gesetzlichen Anforderungen vollständig zu stellen.
Sollte das Unternehmen hierzu eine andere Sichtweise haben, steht unserer Redaktion selbstverständlich jederzeit die Möglichkeit einer Stellungnahme offen. Genau diese Transparenz erwarten Anleger heute mehr denn je.
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