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„Kleine Zahlungsschwierigkeiten“: Laura Privatstiftung meldet sich vorsorglich insolvent

geralt (CC0), Pixabay
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Es gibt schlechte Nachrichten aus der Welt der großen Zahlen, kleinen Details und noch größeren Immobilienvisionen: Die Laura Privatstiftung (LPS) hat beim Landesgericht Innsbruck einen Insolvenzantrag gestellt. Der Grund ist laut offizieller Aussendung denkbar banal – man könne einige kleinere Rechnungen nicht bezahlen.

Klein bedeutet in diesem Fall allerdings rund eine Milliarde Euro.

Eine Milliarde? Kann ja mal passieren

Wie die Stiftung erklärt, resultieren die finanziellen Herausforderungen aus zwei Schiedssprüchen, die leider – und offenbar völlig überraschend – dazu führen, dass Geld bezahlt werden müsste. Und zwar ziemlich viel.

Nach intensiver Prüfung habe man festgestellt, dass Rechtsmittel gegen diese Entscheidungen leider kaum Erfolgschancen hätten. Daher kam man zu einer nüchternen betriebswirtschaftlichen Erkenntnis:

Man kann das Geld schlicht nicht aufbringen.

In der Sprache der Insolvenzordnung nennt man das dann „Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“. Im Alltag würde man vermutlich sagen: Die Kasse ist leer.

Gericht prüft – Insolvenz mit System

Das Landesgericht Innsbruck bestätigte inzwischen den Antrag. Nun wird geprüft, ob tatsächlich eine Insolvenz vorliegt – was bei einer Milliarde Euro Zahlungsforderung vermutlich nicht völlig ausgeschlossen erscheint.

Sollte das Verfahren eröffnet werden, kommt zunächst ein Masseverwalter ins Spiel. Danach folgt eine sogenannte Tagsatzung, bei der Gläubiger ihre Forderungen anmelden dürfen – vermutlich mit etwas längeren Listen.

Hauptforderung aus Abu Dhabi

Der größte Teil der Forderung stammt aus einem Verfahren vor dem internationalen Schiedsgericht ICC in Genf. Dort sprach das Gericht dem Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi mehr als 700 Millionen Euro zu.

Eine Summe, die man nicht unbedingt aus der Portokasse einer Stiftung bezahlen kann – zumindest nicht, wenn die Portokasse gerade geschlossen ist.

Die berühmte „eiserne Reserve“

Die Laura Privatstiftung ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie wurde 2006 von René Benko und seiner Mutter Ingeborg gegründet und galt in Wirtschaftskreisen lange als eine Art strategische Rücklage im Umfeld des Signa-Imperiums.

Manche Experten bezeichneten sie sogar als „eiserne Reserve“ der Benkos – was von Benko selbst stets entschieden zurückgewiesen wurde.

Zu den Vermögenswerten gehörten laut verschiedenen Berichten unter anderem Immobilienbeteiligungen und die bekannte „Villa N“ in Igls bei Innsbruck, einst Wohnsitz der Familie.

Wie viel Vermögen tatsächlich noch vorhanden ist, bleibt allerdings ein gut gehütetes Geheimnis.

Sanierung leider nur fast gelungen

Der neue Stiftungsvorstand, der seit Anfang 2025 im Amt ist, betonte, man habe bereits umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung eingeleitet. Die wirtschaftliche Neuaufstellung sei sogar „greifbar“ gewesen.

Leider kam dann diese Kleinigkeit dazwischen – die besagte Milliarde.

Der Vorstand zeigte sich daher bedauernd, die „erfolgreich begonnene Sanierung der Stiftungsgruppe“ nun doch nicht zu Ende führen zu können.

Signa-Komplex im Hintergrund

Die Stiftung spielt auch eine Rolle in den Ermittlungen rund um den Signa-Komplex. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ordnet sie dem Umfeld des Signa-Gründers René Benko zu.

Benko selbst sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. In zwei Strafverfahren wurde er bereits schuldig gesprochen – die Urteile sind allerdings noch nicht rechtskräftig. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Fazit

Die Laura Privatstiftung zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich wirtschaftliche Dimensionen verschieben können:

Was einst als strategische Sicherheitsreserve galt, entwickelt sich nun zum Insolvenzfall mit Milliardenforderungen.

Oder anders gesagt:
Wenn die eiserne Reserve plötzlich rostet, wird selbst eine Milliarde Euro schnell zur unerwarteten Ausgabe.

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