Kaum wird es wärmer, zieht es Millionen Menschen wieder in den Garten. Endlich buddeln, pflanzen, jäten und Hecken schneiden. Doch genau jetzt beginnt für viele Ärzte offenbar die Hochsaison der Gartenverletzungen. Experten beobachten jedes Frühjahr dieselbe Entwicklung: Rückenprobleme, Knieschmerzen, gereizte Sehnen und Schulterverletzungen nehmen deutlich zu.
Das Problem ist laut Medizinern oft gar nicht die Gartenarbeit selbst. Viele Menschen unterschätzen schlicht die körperliche Belastung.
Nach Monaten mit wenig Bewegung wird plötzlich stundenlang gegraben, gehoben, getragen oder in gebückter Haltung gearbeitet. Für Muskeln, Gelenke und Rücken ist das häufig ein Schockprogramm.
Besonders betroffen ist der untere Rücken, weil viele Arbeiten dauerhaft in nach vorne gebeugter Haltung erledigt werden. Dazu kommen Belastungen für Schultern, Nacken, Knie sowie Hände und Handgelenke.
Viele Gartenverletzungen entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich langsam. Erst zwickt es nur leicht, dann werden aus kleinen Beschwerden ernsthafte Probleme.
Genau darin liegt laut Experten die Gefahr: Viele Hobbygärtner ignorieren erste Warnsignale und arbeiten einfach weiter, weil „nur noch schnell das Beet fertig werden soll“.
Dabei seien die meisten Verletzungen vermeidbar. Entscheidend sei vor allem, Gartenarbeit wie echte körperliche Aktivität zu behandeln – und nicht wie entspanntes Freizeitprogramm.
Ärzte empfehlen deshalb:
Auch kleine Hilfen können viel bewirken. Ein Gartenschlauch etwa entlastet deutlich mehr als ständiges Schleppen schwerer Gießkannen.
Normale Muskelkater-Beschwerden seien zwar üblich. Wer jedoch starke Schmerzen, Taubheitsgefühle, Schwäche oder länger anhaltende Beschwerden entwickelt, sollte das nicht einfach aussitzen.
Denn aus vermeintlich harmlosen Beschwerden können schnell langwierige Probleme werden.
Orthopäden betonen ausdrücklich, dass Gartenarbeit grundsätzlich gesund ist. Sie hält Menschen aktiv, fördert Bewegung und wirkt oft sogar stressabbauend.
Das Risiko entsteht meist erst dann, wenn man den eigenen Körper überschätzt – oder im ersten Frühlingsrausch direkt versucht, das komplette Grundstück an einem Wochenende umzugraben.
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