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Wenn der Garten zur Orthopädie führt

Antranias (CC0), Pixabay
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Kaum wird es wärmer, zieht es Millionen Menschen wieder in den Garten. Endlich buddeln, pflanzen, jäten und Hecken schneiden. Doch genau jetzt beginnt für viele Ärzte offenbar die Hochsaison der Gartenverletzungen. Experten beobachten jedes Frühjahr dieselbe Entwicklung: Rückenprobleme, Knieschmerzen, gereizte Sehnen und Schulterverletzungen nehmen deutlich zu.

Der Körper ist den Wintermodus noch nicht los

Das Problem ist laut Medizinern oft gar nicht die Gartenarbeit selbst. Viele Menschen unterschätzen schlicht die körperliche Belastung.

Nach Monaten mit wenig Bewegung wird plötzlich stundenlang gegraben, gehoben, getragen oder in gebückter Haltung gearbeitet. Für Muskeln, Gelenke und Rücken ist das häufig ein Schockprogramm.

Besonders betroffen ist der untere Rücken, weil viele Arbeiten dauerhaft in nach vorne gebeugter Haltung erledigt werden. Dazu kommen Belastungen für Schultern, Nacken, Knie sowie Hände und Handgelenke.

Die Schmerzen kommen oft schleichend

Viele Gartenverletzungen entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich langsam. Erst zwickt es nur leicht, dann werden aus kleinen Beschwerden ernsthafte Probleme.

Genau darin liegt laut Experten die Gefahr: Viele Hobbygärtner ignorieren erste Warnsignale und arbeiten einfach weiter, weil „nur noch schnell das Beet fertig werden soll“.

So lässt sich das Risiko deutlich senken

Dabei seien die meisten Verletzungen vermeidbar. Entscheidend sei vor allem, Gartenarbeit wie echte körperliche Aktivität zu behandeln – und nicht wie entspanntes Freizeitprogramm.

Ärzte empfehlen deshalb:

  • vor der Gartenarbeit kurze Aufwärmübungen,
  • regelmäßige Pausen,
  • häufiges Wechseln der Körperhaltung,
  • richtiges Heben aus den Beinen statt aus dem Rücken,
  • ergonomische Werkzeuge mit langen Griffen,
  • keine stundenlangen Gewaltaktionen an einem einzigen Tag.

Auch kleine Hilfen können viel bewirken. Ein Gartenschlauch etwa entlastet deutlich mehr als ständiges Schleppen schwerer Gießkannen.

Warnzeichen nicht ignorieren

Normale Muskelkater-Beschwerden seien zwar üblich. Wer jedoch starke Schmerzen, Taubheitsgefühle, Schwäche oder länger anhaltende Beschwerden entwickelt, sollte das nicht einfach aussitzen.

Denn aus vermeintlich harmlosen Beschwerden können schnell langwierige Probleme werden.

Gartenarbeit bleibt gesund – wenn man es nicht übertreibt

Orthopäden betonen ausdrücklich, dass Gartenarbeit grundsätzlich gesund ist. Sie hält Menschen aktiv, fördert Bewegung und wirkt oft sogar stressabbauend.

Das Risiko entsteht meist erst dann, wenn man den eigenen Körper überschätzt – oder im ersten Frühlingsrausch direkt versucht, das komplette Grundstück an einem Wochenende umzugraben.

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