Beim Facebook-Mutterkonzern Meta läuft die Zukunft offenbar nach einem einfachen Prinzip:
Erst von künstlicher Intelligenz schwärmen, dann echte Intelligenz entlassen.
Wie Insider berichten, plant Meta am 20. Mai die erste große Kündigungswelle des Jahres. Rund zehn Prozent der weltweiten Belegschaft, also knapp 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sollen gehen dürfen – vermutlich mit einem automatisiert generierten „Danke für euren Einsatz“-Textbaustein aus der hauseigenen KI.
Und weil ein Kahlschlag selten allein kommt, sollen in der zweiten Jahreshälfte weitere Stellenstreichungen folgen. Wie viele Menschen dann noch überflüssig werden, hängt laut Insidern davon ab, wie schnell die künstliche Intelligenz Fortschritte macht.
Oder anders gesagt:
Je besser die Maschine läuft, desto schneller läuft der Mensch vom Werksgelände.
Meta selbst wollte das Ganze natürlich nicht kommentieren.
Was auch verständlich ist – irgendwo zwischen Milliardenprofit, Zukunftsvision und Massenentlassung klingt jede Pressemitteilung schnell wie ein besonders zynischer LinkedIn-Post.
Konzernchef Mark Zuckerberg investiert derzeit massiv in KI, um die internen Abläufe „grundlegend umzugestalten“. Das klingt nach Fortschritt, Innovation und digitaler Transformation. In der Praxis bedeutet es meist:
- weniger Menschen
- mehr Software
- flachere Hierarchien
- und PowerPoint-Folien mit Begriffen wie „Effizienzhebel“, „Skalierungspotenzial“ und „strategische Resilienz“
Besonders hübsch ist die Formulierung aus dem Umfeld des Konzerns, man strebe eine Zukunft mit „flacheren Hierarchien“ an.
Das ist Management-Deutsch für:
Wenn genug Leute gefeuert werden, wird die Hierarchie automatisch flacher.
In den vergangenen Wochen hatte Meta bereits in seiner Reality-Labs-Sparte umgebaut – also in jener Abteilung, in der seit Jahren Milliarden verbrannt werden, damit Menschen irgendwann vielleicht freiwillig in schlecht animierten virtuellen Konferenzräumen sitzen. Entwickler wurden dabei in eine neue Einheit namens „Applied AI“ verschoben.
Dort sollen nun KI-Agenten entstehen, die selbstständig programmieren und komplexe Aufgaben erledigen können.
Ein Traum für jeden Vorstand:
Mitarbeiter, die nicht schlafen, keine Gehaltserhöhung wollen und sich nicht auf Kununu beschweren.
Besonders unerquicklich für die Belegschaft:
Meta ist keineswegs in Not.
Der Konzern setzte 2025 mehr als 200 Milliarden Dollar um und machte dabei rund 60 Milliarden Dollar Gewinn.
Mit anderen Worten:
Es fehlt nicht am Geld. Es fehlt nur an der Bereitschaft, Menschen dafür weiter zu bezahlen.
Das alte Silicon-Valley-Versprechen lautete einmal:
Technologie macht Arbeit leichter.
Das neue lautet offenbar:
Technologie macht Arbeit weg.
Fazit
Meta zeigt einmal mehr, wie moderne Konzernlogik funktioniert:
- Milliarden verdienen
- KI als Heilslehre verkaufen
- tausende Stellen streichen
- das Ganze als „Transformation“ labeln
- und anschließend auf der Entwicklerkonferenz erklären, wie sehr man „Menschen empowern“ will
Oder noch kürzer:
Mark Zuckerberg baut die Zukunft – und für 8.000 Beschäftigte besteht sie vorerst vor allem aus mehr Freizeit.
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