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13 Prozent Zinsen am Bodensee – doch Anlegern droht auch hier der Totalverlust

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Immobilien-Crowdinvesting lockt weiterhin mit hohen Renditen und scheinbar attraktiven Bauprojekten. Aktuell sammelt die Plattform dagobertinvest Kapital für die „Wohnanlage Dornbirn am Bodensee“ ein. Anlegern werden dabei 13 Prozent Zinsen pro Jahr versprochen. Doch trotz moderner Visualisierungen, guter Lage und professioneller Vermarktung sollten Investoren vorsichtig bleiben. Denn auch bei diesem Projekt besteht ein erhebliches Risiko bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

Wohnprojekt im Dreiländereck

Geplant ist eine Wohnanlage in Dornbirn mit:

  • 12 Wohneinheiten,
  • einer Gewerbeeinheit,
  • 17 Tiefgaragenplätzen.

Die Vermarktung setzt dabei stark auf die Lage im wirtschaftlich attraktiven Dreiländereck Österreich–Deutschland–Schweiz. Entwickelt wird das Projekt von der F16 Immobilien GmbH & Co KG. Die Planung stammt vom renommierten Architekturbüro Baumschlager Eberle.

Hohe Zinsen als Warnsignal

13 Prozent Verzinsung pro Jahr wirken auf den ersten Blick äußerst attraktiv. Doch genau solche Renditen sollten Anleger kritisch hinterfragen.

Denn:
Je höher die versprochene Rendite, desto höher ist meist auch das Risiko.

Sichere Kapitalanlagen bieten derzeit keine annähernd vergleichbaren Zinssätze.

Finanzierung mit Mezzanine-Kapital

Besonders wichtig:
Anleger stellen dem Projekt sogenanntes Mezzanine-Kapital zur Verfügung.

Das bedeutet:
Im Fall wirtschaftlicher Probleme oder einer Insolvenz werden zuerst Banken und andere vorrangige Gläubiger bedient.

Erst danach könnten Crowd-Investoren Geld zurückerhalten – sofern überhaupt noch Mittel vorhanden sind.

Im schlimmsten Fall droht deshalb der Totalverlust.

Rückzahlung erst am Laufzeitende

Die Rückzahlung soll laut Projektbeschreibung „endfällig“ aus den Verkaufserlösen erfolgen.

Das bedeutet:
Anleger erhalten während der Laufzeit ihr eingesetztes Kapital nicht zurück. Die Rückzahlung hängt vollständig davon ab, ob:

  • die Wohnungen erfolgreich verkauft werden,
  • die Kalkulation aufgeht,
  • Baukosten eingehalten werden,
  • keine Verzögerungen entstehen,
  • der Immobilienmarkt stabil bleibt.

Immobilienmarkt bleibt riskant

Gerade Projektentwicklungen sind anfällig für zahlreiche Risiken:

  • steigende Baukosten,
  • hohe Finanzierungskosten,
  • schwache Immobiliennachfrage,
  • sinkende Verkaufspreise,
  • Verzögerungen bei Bau oder Genehmigungen,
  • wirtschaftliche Abschwächung.

Selbst Projekte in guten Lagen sind davor nicht geschützt.

Baurechtsgrundstück als Besonderheit

Das Projekt entsteht zudem auf einem sogenannten Baurechtsgrundstück mit einer Laufzeit von 99 Jahren.

Dadurch entfallen zwar zunächst Grundstückskosten, dennoch bleibt das Modell komplexer als klassische Immobilienentwicklungen auf eigenem Grund.

Auch solche Konstruktionen sollten Anleger genau verstehen, bevor sie investieren.

Sicherheitssiegel ersetzt keine Garantie

Die Plattform verweist auf ein „Security Scoring A“ sowie ihre ECSP-Lizenz der österreichischen Finanzmarktaufsicht.

Wichtig ist jedoch:
Solche Bewertungen oder Zulassungen bedeuten keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg oder Kapitalschutz.

Auch regulierte Crowdinvesting-Projekte können scheitern.

Fazit

Die Wohnanlage Dornbirn wird professionell präsentiert und setzt auf eine attraktive Lage am Bodensee. Dennoch bleibt das Investment hochspekulativ.

13 Prozent Rendite gibt es am Kapitalmarkt nicht ohne erhebliche Risiken.

Anleger sollten sich deshalb bewusst sein:
Crowdinvesting ist unternehmerisches Risikokapital – inklusive der Möglichkeit eines vollständigen Kapitalverlustes.

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