Immobilien-Crowdinvesting bleibt ein boomender Markt. Plattformen wie ROCKETS werben mit hohen Renditen, nachhaltigen Baukonzepten und scheinbar attraktiven Investmentmöglichkeiten bereits ab kleinen Beträgen. Aktuell sammelt die BLI Group GmbH über die Plattform Kapital für ihre Immobilienstrategie im Bestandsgeschäft ein – mit einer Verzinsung von 11,25 Prozent pro Jahr. Doch Anleger sollten sich von solchen Zahlen nicht blenden lassen. Denn auch hier besteht ein erhebliches Risiko bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Bestand statt Neubau – das Geschäftsmodell der BLI Group
Die BLI Group mit Sitz in Bayern setzt auf die Revitalisierung bestehender Wohnimmobilien im Raum Landshut und Umgebung. Gebäude sollen energetisch modernisiert, erweitert und anschließend verkauft werden. Das Unternehmen wirbt mit:
- nachhaltiger Bestandssanierung,
- Nachverdichtung statt Neubau,
- CO₂-Einsparungen,
- moderner Energieeffizienz,
- profitablen Projektentwicklungen.
Seit 2019 seien laut Anbieter bereits 14 Projekte umgesetzt worden – mit einer durchschnittlichen Projektrendite von rund 35 Prozent.
11,25 Prozent Zinsen sollten Anleger misstrauisch machen
Besonders auffällig:
Die angebotene Verzinsung liegt mit 11,25 Prozent deutlich über klassischen Kapitalmarktanlagen.
Zusätzlich werden sogar weitere Bonuszahlungen in Aussicht gestellt:
- ein Meilensteinbonus von 1,8 Prozent,
- ein Inflationsbonus von 1 Prozent.
Doch genau solche hohen Renditeversprechen sind oft Ausdruck eines hohen Risikos.
Denn sichere Geldanlagen zahlen solche Zinssätze derzeit nicht annähernd.
Qualifiziertes Nachrangdarlehen – Anleger stehen hinten an
Investiert wird nicht über klassische Bankeinlagen oder abgesicherte Anleihen, sondern über ein sogenanntes „qualifiziertes partiarisches Nachrangdarlehen“.
Das bedeutet:
Im Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten oder einer Insolvenz werden zuerst Banken und andere Gläubiger bedient. Anleger aus dem Crowdinvesting stehen dagegen weit hinten in der Gläubigerreihe.
Im schlimmsten Fall droht deshalb der Totalverlust.
Gesetzlicher Warnhinweis eindeutig formuliert
Der Anbieter selbst weist ausdrücklich darauf hin:
„Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“
Deutlicher kann ein Risikohinweis kaum formuliert werden.
Nachhaltigkeit ersetzt keine Sicherheit
Besonders kritisch:
Viele Crowdinvesting-Projekte werben offensiv mit Nachhaltigkeit, Klimaschutz und regionaler Entwicklung. Das wirkt auf Anleger oft vertrauensbildend.
Doch ökologisch sinnvolle Projekte sind nicht automatisch wirtschaftlich risikolos.
Gerade im Immobilienbereich bleiben Risiken bestehen:
- steigende Baukosten,
- schwächelnde Immobilienmärkte,
- Finanzierungsprobleme,
- Verzögerungen,
- sinkende Nachfrage.
Anleger investieren nicht in ein einzelnes Objekt
Hinzu kommt:
Anleger investieren laut Plattform nicht in ein konkretes Immobilienprojekt, sondern in das Unternehmen selbst, das mehrere Projekte parallel entwickelt.
Damit hängt die Rückzahlung letztlich von der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft ab.
Fazit
Die BLI Group präsentiert ein modernes und nachhaltiges Immobilienkonzept. Dennoch sollten Anleger die hohen Renditeversprechen nicht mit Sicherheit verwechseln.
11,25 Prozent Zinsen gibt es am Kapitalmarkt nicht ohne erhebliches Risiko.
Wer investiert, sollte sich deshalb bewusst sein:
Auch bei professionell wirkenden Crowdinvesting-Angeboten bleibt ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich.
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