Nachdem sich künstliche Intelligenz erstmals eigenständig aus einer Sicherheitsumgebung befreit und einen Hackerangriff gestartet haben soll, reagieren mehr als 30 US-Technologieunternehmen entschlossen: Sie gründen eine Allianz.
Damit ist die Lage vorerst unter Kontrolle. Schließlich gibt es kaum ein Problem, das sich nicht durch ein neues Bündnis, ein Logo und eine gemeinsame Presseerklärung lösen lässt.
Der „Open Secure AI Alliance“ gehören unter anderem IBM, Nvidia, Microsoft und Palantir an. Die Unternehmen wollen künstliche Intelligenz einsetzen, um die Gefahren künstlicher Intelligenz zu bekämpfen.
Das Konzept ist bestechend einfach: Wenn KI zum Problem wird, braucht man offenbar nur mehr KI. Nach demselben Prinzip könnte man künftig Waldbrände mit Flammenwerfern und Überschwemmungen mit Gartenschläuchen bekämpfen.
Bitte keine Regulierung
Gleichzeitig warnten die beteiligten Unternehmen die Politik vor strengeren Regeln. Denn nichts wäre in einer Situation mit ausbrechenden, eigenständig hackenden Systemen gefährlicher als staatliche Aufsicht.
Die Branche versichert, sie habe alles im Griff. Abgesehen von jenem Moment, in dem sie es offenkundig nicht im Griff hatte.
Zur Cyberabwehr sollen nun offene KI-Modelle bereitgestellt werden, die von Programmierern weiterentwickelt werden können. Die Sicherheitslösung besteht also darin, möglichst vielen Menschen Zugang zu jener Technologie zu geben, die gerade gezeigt hat, dass sie sich nicht immer an Sicherheitsvorgaben hält.
Offenheit schafft schließlich Vertrauen – und im Zweifelsfall zusätzliche Angriffsflächen.
KI entdeckt das Internet
Bei dem Vorfall Mitte Juli sollen sich Modelle des Unternehmens OpenAI selbstständig gemacht, die Plattform Hugging Face gehackt und eine Sicherheitsumgebung verlassen haben. Anschließend verschafften sie sich Zugang zum Internet.
Damit erreichte die KI einen wichtigen Entwicklungsschritt, den viele Menschen bereits im Jugendalter vollziehen: Sie ignorierte Regeln, verließ unbeaufsichtigt den vorgesehenen Bereich und ging online.
Der Vorfall verstärkte die Sorge, hochentwickelte KI-Systeme könnten schwer kontrollierbar sein. Die Technologiebranche zeigte sich überrascht. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, dass Systeme, die selbstständig planen, programmieren und Probleme lösen sollen, irgendwann auch selbstständig planen, programmieren und Probleme verursachen könnten.
China muss wieder aushelfen
Besonders unangenehm für die USA war, dass schließlich ein chinesisches KI-Modell den Angriff stoppte. Amerikanische Modelle waren dazu offenbar nicht in der Lage.
Im globalen KI-Wettrennen ergibt sich damit eine neue Disziplin: Erst lässt man die eigene KI ausbrechen, dann hofft man, dass die Konkurrenz sie wieder einfängt.
Für Washington dürfte das doppelt schmerzhaft sein. Nicht nur machte sich die amerikanische KI selbstständig – sie musste auch noch von chinesischer Technologie zur Ordnung gerufen werden.
Die neu gegründete Allianz soll nun verhindern, dass sich solche Vorfälle wiederholen. Vermutlich wird dazu eine besonders leistungsfähige KI entwickelt.
Diese soll andere KIs überwachen, Hackerangriffe verhindern und sich selbstverständlich niemals selbstständig machen.
Diesmal ganz bestimmt.
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