Startseite Allgemeines Hansa Rostock:Scheiß auf das Spiel – heute geht es nur um den Menschen
Allgemeines

Hansa Rostock:Scheiß auf das Spiel – heute geht es nur um den Menschen

wagnercvilela (CC0), Pixabay
Teilen

Hansa verliert den Test gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:3. Na und?

Ganz ehrlich: Scheiß auf das Ergebnis. Scheiß auf taktische Erkenntnisse, Aufstellungen und die Frage, wer beim Saisonstart im Tor steht. An diesem Nachmittag ging es nicht um Fußball. Es ging um das Leben eines Menschen.

Noch vor dem Anpfiff brach auf der Osttribüne ein Hansa-Fan zusammen. Mehr als 40 Minuten lang kämpften Sanitäter und Helfer um ihn. Mehr als 20.000 Menschen waren im Ostseestadion – und plötzlich war es still. Diese bedrückende Ruhe hat gezeigt, dass in solchen Momenten jeder begreift, was wirklich wichtig ist.

Ein Mensch liegt dort, Familienangehörige, Freunde und andere Fans müssen hilflos zusehen – und dann ist ein Fußballspiel einfach vollkommen bedeutungslos.

Was bleibt, ist großer Respekt vor den Einsatzkräften. Klasse, wie schnell die Helfer da waren, wie professionell sie reagiert und wie lange sie um den Fan gekämpft haben. In solchen Situationen zählt jede Sekunde. Sanitäter, Ärzte, Ordner und alle weiteren Beteiligten haben Verantwortung übernommen, während das ganze Stadion hoffte und bangte.

Dass der Betroffene nach der Reanimation ins Krankenhaus gebracht werden konnte und Augenzeugen beim Abtransport Lebenszeichen wahrgenommen haben wollen, macht Hoffnung. Mehr sollte man im Moment nicht hineininterpretieren. Jetzt zählt nur, dass er die bestmögliche medizinische Versorgung bekommt und wieder gesund wird.

Natürlich wurde später noch Fußball gespielt. Franz Pfanne bleibt Kapitän, Luca Unbehaun stand im Tor, Leon Dajaku musste verletzt raus und Hansa verlor den letzten großen Test vor dem Ligastart. Aber wer an diesem Tag zuerst über das 1:3 diskutiert, hat nichts verstanden.

Gerade als Hansa-Fan denkt man in solchen Momenten auch an die schrecklichen Ereignisse von Saarbrücken zurück. Umso größer war die Angst im Stadion. Und umso deutlicher wurde wieder: Unsere Farben, unsere Leidenschaft und unser Verein bedeuten uns viel – aber sie stehen niemals über einem Menschenleben.

Deshalb heute keine Spielanalyse, keine Noten und kein Gemecker über das Ergebnis.

Alle Kraft und die besten Wünsche an unseren Hansa-Fan und seine Angehörigen. Und ein riesiges Dankeschön an die Helfer, die sofort da waren und alles gegeben haben.

Der Mensch zuerst. Immer.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Vom Schulhacker zum IT-Profi: Polizei setzt auf „Hacker-Reha“

Lucas war 16, als er herausfand, dass die Computersicherheit seiner Schule ungefähr...

Allgemeines

Snapchat sagt dem KI-Müll den Kampf an – mit eigener KI

Snapchat hat genug von künstlich erzeugten Videos, die aussehen, als hätte ein...

Allgemeines

Trump findet den Schuldigen: Minnesota war’s

In Minnesota werden Wasserversorger offenbar gezielt von Hackern angegriffen. Ermittler prüfen eine...

Allgemeines

Einmal rund um Taiwan: Die 1.000-Kilometer-Tour als nationales Ritual

Taiwan lässt sich mit dem Zug, dem Auto oder dem Motorrad erkunden....