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Snapchat sagt dem KI-Müll den Kampf an – mit eigener KI

MrJayW (CC0), Pixabay
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Snapchat hat genug von künstlich erzeugten Videos, die aussehen, als hätte ein gelangweilter Algorithmus zehn Minuten vor Feierabend noch schnell das Internet befüllt.

Die Plattform will vollständig KI-generierte Videos künftig nicht mehr im beliebten „Spotlight“-Bereich empfehlen. Stattdessen sollen dort wieder verstärkt echte, von Menschen produzierte Inhalte erscheinen.

Also Videos, die zwar verwackelt, belanglos und schlecht beleuchtet sein können – aber wenigstens auf traditionelle Weise.

Snapchat folgt damit YouTube, LinkedIn und Substack, die ebenfalls gegen sogenannten „AI Slop“ vorgehen. Gemeint sind massenhaft produzierte Texte, Bilder und Videos, die oft gleichförmig, billig und erstaunlich überzeugt von ihrer eigenen Wichtigkeit wirken.

Snapchat bezeichnet solche Inhalte als „minderwertig“ und „repetitiv“. Nutzer wollten offenbar nicht pausenlos Videos sehen, in denen siebenarmige Hunde kochen, Prominente Dinge sagen, die sie nie gesagt haben, oder künstliche Menschen mit zwölf Fingern Finanzberatung anbieten.

Ganz abschaffen will Snapchat die KI natürlich nicht. Schließlich bietet die Plattform selbst Werkzeuge an, mit denen Nutzer Gesichter, Hintergründe und vermutlich bald auch ihre gesamte Persönlichkeit verändern können.

KI-bearbeitete Inhalte bleiben daher erlaubt. Nur komplett künstlich erzeugte Videos sollen seltener empfohlen werden.

Die offizielle Linie lautet damit ungefähr: Ein bisschen künstlich ist kreativ, vollständig künstlich ist Müll.

Auch LinkedIn hat den Kampf aufgenommen. Nutzer können dort Beiträge melden, die verdächtig nach KI klingen. Das dürfte besonders schwierig werden, da viele echte LinkedIn-Beiträge schon seit Jahren wirken, als seien sie von einer Maschine erzeugt worden.

„Heute wurde ich beim Kaffeeholen zurückgewiesen. Hier sind sieben Leadership-Lektionen, die ich daraus gelernt habe.“

LinkedIn erklärt, bereits Milliarden automatisierter Kommentarversuche blockiert zu haben. Besonders betroffen dürften Beiträge sein, unter denen innerhalb von Sekunden 800 Personen schreiben: „Great insight! Thanks for sharing.“

YouTube wiederum will generische, repetitive und nach Vorlage produzierte Videos schlechter monetarisieren. Damit gerät ein Geschäftsmodell unter Druck, bei dem künstliche Stimmen belanglose Texte vor austauschbaren Bildern vorlesen und damit Millionen Klicks erzielen.

Substack arbeitet unterdessen an Werkzeugen, mit denen Leser erkennen können, ob ein Text von einer KI stammt. Das Internet soll schließlich wieder ein Ort werden, an dem man nicht ständig daran zweifeln muss, ob hinter einem Beitrag ein Mensch steckt.

Oder zumindest jemand, der sich mehr Mühe gegeben hat, menschlich zu wirken.

Die Plattformen haben das Problem also erkannt: Zu viel künstlicher Inhalt zerstört das Vertrauen in alle Inhalte.

Die Lösung lautet nun ausgerechnet, neue automatische Systeme einzusetzen, die automatisch erkennen sollen, welche automatischen Inhalte zu automatisch wirken.

Die Maschinen sollen also den Maschinenmüll beseitigen.

Was soll da schon schiefgehen?

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