Der Wahlkampf in Kanada hat begonnen, und diesmal steht ein ungewöhnlicher Gegner im Mittelpunkt: Donald Trump. Der US-Präsident ist zwar nicht auf dem kanadischen Wahlzettel, aber seine Drohungen gegen das Nachbarland bestimmen die politische Debatte.
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump mehrfach angedeutet, Kanada wirtschaftlich unter Druck zu setzen – mit neuen Zöllen, Handelsbeschränkungen und sogar halbernsten Bemerkungen über eine Annexion des Landes. Premierminister Mark Carney, der erst seit zehn Tagen im Amt ist, nutzt diese Bedrohung als zentrales Wahlkampfthema:
„Trump will uns brechen, damit Amerika uns besitzen kann.“
Sein konservativer Herausforderer Pierre Poilievre schlägt in dieselbe Kerbe:
„Ich werde darauf bestehen, dass der Präsident unsere Unabhängigkeit anerkennt und die Zölle stoppt. Gleichzeitig müssen wir unser Land stärken, um den Amerikanern notfalls die Stirn bieten zu können.“
Während beide Parteien sich lautstark gegen Trump positionieren, bleibt eine entscheidende Frage unbeantwortet: Wie soll Kanada wirtschaftlich überleben, wenn der größte Handelspartner plötzlich zur Bedrohung wird?
Ökonomen warnen seit Jahren vor der geringen Produktivität der kanadischen Wirtschaft – ein strukturelles Problem, das durch einen Handelskrieg mit den USA nur verschärft würde. Carolyn Rogers, eine hohe Funktionärin der Bank of Canada, nannte dies 2024 eine „Notlage, in der das Glas zerschlagen werden muss“, um endlich Reformen anzustoßen.
Doch im Wahlkampf ist von schmerzhaften, aber notwendigen Lösungen kaum die Rede. Stattdessen überbieten sich beide Kandidaten mit Steuerkürzungen und neuen Sozialausgaben.
Carney verspricht niedrigere Steuern auf Einkommen, Energie und Wohneigentum, gleichzeitig aber höhere Ausgaben für Sozialprogramme wie eine landesweite Zahnversicherung. Poilievre wiederum setzt auf massive Steuersenkungen, neue Militärausgaben und Subventionen für Handwerksberufe.
Beide Parteien präsentieren sich kämpferisch – „Elbows up“, also „Ellenbogen raus“, lautet das neue politische Motto. Doch hinter dieser martialischen Rhetorik steckt wenig Substanz. Während europäische Staatschefs offen darüber sprechen, welche Opfer ihre Länder bringen müssen, um unabhängiger von den USA zu werden, vermeiden es kanadische Politiker, ihre Wähler auf schwierige Zeiten vorzubereiten.
Das könnte sich am 2. April schlagartig ändern. An diesem Tag will Trump neue Zölle gegen Kanada verhängen. Sollten diese tatsächlich in Kraft treten, könnten schon wenige Tage später Massenentlassungen und ein wirtschaftlicher Einbruch folgen.
Spätestens dann wird sich zeigen, ob Kanadas Politiker mehr zu bieten haben als Wahlkampfslogans.
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