John Travolta wollte mit 72 Jahren offenbar noch einmal beweisen, dass er mehr kann als nur Schauspielern. Das Ergebnis sorgt in Cannes jedoch eher für Ratlosigkeit. Sein Regiedebüt „Propeller One-Way Night Coach“ wurde von Kritikern teilweise regelrecht zerlegt – ein Rezensent sprach sogar von einer „Katastrophe“.
Der Fall Travolta zeigt ein bekanntes Muster in Hollywood:
Große Schauspielstars bekommen oft die Möglichkeit, sehr persönliche Filmprojekte umzusetzen – selbst wenn diese eher wie private Erinnerungsalben wirken als wie echte Kinofilme.
Travoltas Film erzählt autobiografisch von einem Jungen, der 1962 mit seiner Mutter quer durch die USA fliegt. Viel Handlung gibt es dabei offenbar nicht. Der Film dauert gerade einmal 61 Minuten und wird größtenteils von Travoltas eigener Erzählstimme getragen.
Trotzdem wurde der Film in Cannes prominent gezeigt. Kritiker sehen darin ein grundsätzliches Problem vieler Filmfestivals:
Große Namen bringen Aufmerksamkeit, Glamour und Schlagzeilen – unabhängig davon, wie gut die Filme tatsächlich sind.
Das passierte zuletzt auch bei Regiedebüts von:
Vor der Premiere wurde Travolta in Cannes gefeiert wie ein Hollywood-König:
Travolta erklärte sogar, die Ehrung bedeute ihm „mehr als ein Oscar“.
Der Film selbst dürfte dagegen wohl kaum größere Preise gewinnen.
Natürlich gibt es erfolgreiche Ausnahmen wie Clint Eastwood oder Greta Gerwig. Doch Travoltas Debüt zeigt erneut:
Berühmtheit allein macht noch keinen starken Regisseur.
Manchmal wirkt Hollywood eben wie eine Branche, in der Stars fast alles ausprobieren dürfen – auch wenn das Ergebnis eher wie ein teures Hobbyprojekt aussieht.
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