Nach einer mehr als zweimonatigen Sommerpause ist Jimmy Kimmel auf die Bühne seiner Late-Night-Show zurückgekehrt. In seiner ersten Sendung seit dem 18. Juni arbeitete sich der Moderator an Präsident Donald Trump ab und blickte zugleich auf die inzwischen mehr als 4.000 Ausgaben von „Jimmy Kimmel Live!“ zurück.
Die Rückkehr fiel mit Spekulationen über die Zukunft der Sendung zusammen. Wenige Stunden vor der Ausstrahlung hatte das Promiportal Page Six berichtet, die aktuelle Staffel könne die letzte sein. Der Sender ABC widersprach dieser Darstellung. Der Bericht sei unzutreffend, teilte das Unternehmen mit. Aussagen über ein mögliches Ende der Show seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt reine Spekulation.
Kimmel selbst ging während seines Monologs nicht auf die Meldung ein. Stattdessen nutzte er das Jubiläum der 4.000. Sendung für einen ironischen Rückblick. Als „Jimmy Kimmel Live!“ im Januar 2003 nach dem Super Bowl gestartet sei, hätten viele Beobachter der Sendung kein langes Leben zugetraut. Trotzdem sei sie bis heute auf Sendung geblieben.
Mit einer Bemerkung über die angeblich zu hohe Zahl der Ausgaben spielte Kimmel zugleich auf seine Auseinandersetzung mit dem Vorsitzenden der US-Medienaufsicht FCC, Brendan Carr, an. Carr hatte ABC im Jahr 2025 wegen Äußerungen Kimmels zum Tod von Charlie Kirk unter Druck gesetzt. Der Moderator wurde daraufhin vorübergehend suspendiert. Kimmel betrachtet das damalige Vorgehen als politisch motivierten Versuch, seine Sendung mithilfe staatlicher Regulierung zu beeinflussen.
Auch Donald Trump bekam in Kimmels Rückkehrmonolog zahlreiche Spitzen ab. Der Moderator scherzte zunächst, während seiner Abwesenheit seien sämtliche Probleme der Vereinigten Staaten gelöst worden. Kurz darauf stellte er fest, dass dies offensichtlich nicht der Fall sei. Er und Trump hätten immerhin eine Gemeinsamkeit: Beide hätten während des Sommers nichts erreicht.
Anschließend kritisierte Kimmel die zahlreichen mit künstlicher Intelligenz erzeugten Beiträge, die Trump am Wochenende in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatte. Die Menge der Beiträge habe beinahe wie eine persönliche Begrüßung zu seiner Rückkehr ins Fernsehen gewirkt, spottete der Moderator.
Auch Trumps Vorschlag, den Bundesstaat New Mexico in „New America“ umzubenennen, griff Kimmel auf. Gäbe es tatsächlich ein neues Amerika, würden vermutlich viele Menschen sofort dorthin umziehen, scherzte er. Nach nur einem Sommer Pause habe der Präsident ausreichend Material für ein vollständiges politisches Parodielied geliefert.
Kimmels Sendung war am 8. September nicht nur wegen seiner Rückkehr bemerkenswert. Es handelte sich zugleich um die 4.000. Ausgabe des Formats, das seit mehr als 23 Jahren zum nächtlichen Programm von ABC gehört. Zu Gast waren die Schauspieler Andrew Garfield und Joey King. Für die folgenden Sendungen wurden unter anderem Mariska Hargitay, Kaia Gerber und Gal Gadot angekündigt.
Der Moderator legt regelmäßig eine längere Sommerpause ein. Vor seiner diesjährigen Auszeit hatte er gescherzt, dass er die kommenden zwei Monate dieses Mal freiwillig frei nehme. Auch damit erinnerte er an seine zeitweilige Suspendierung im Jahr 2025.
Während Kimmels Abwesenheit übernahmen wechselnde Gastmoderatoren die Sendung. Im August führte Rosie O’Donnell eine Woche lang durch das Programm. Sie verwies dabei auf ihre langjährige öffentliche Auseinandersetzung mit Trump und kündigte sinngemäß an, dass sich der Präsident auf eine besonders unbequeme Woche einstellen müsse.
Auch der Country-Sänger Jelly Roll moderierte mehrere Ausgaben. Nachdem seine Trump-Witze im Internet Kritik ausgelöst hatten, erklärte er, dass ein Auftritt als Gastgeber von Kimmels Show nicht bedeute, sämtliche politischen Ansichten des regulären Moderators zu teilen. Bei manchen Themen stehe er eher links, insgesamt sehe er sich jedoch in der politischen Mitte.
Kimmel zeigte seinen Followern vor der Rückkehr außerdem Bilder aus seiner Sommerpause. Auf Instagram veröffentlichte er unter anderem Aufnahmen von Angelausflügen mit seiner Familie sowie Begegnungen mit David Letterman und Stephen Colbert. Colbert sprach sich zuletzt öffentlich dafür aus, Kimmels Sendung bei der Emmy-Verleihung am 14. September als beste Varietéserie auszuzeichnen.
Ob „Jimmy Kimmel Live!“ nach der aktuellen Staffel fortgesetzt wird, ist weiterhin nicht offiziell geklärt. ABC weist Berichte über ein bereits beschlossenes Ende zurück. Kimmels Rückkehr wirkte unterdessen nicht wie ein Abschied: Nach 4.000 Sendungen, mehreren politischen Konflikten und einer unfreiwilligen Unterbrechung präsentierte er sich angriffslustig wie gewohnt.
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