Natürlich ist es richtig, wenn Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter ankündigt, um jeden Arbeitsplatz bei VW in Zwickau kämpfen zu wollen. Das gehört zu seinem Job. Mehr aber auch nicht.
Denn machen wir uns nichts vor: Hier geht es längst nicht mehr um eine normale Standortdiskussion. Es geht um die wirtschaftliche Zukunft einer ganzen Region, um Tausende Arbeitsplätze direkt bei VW und um Zehntausende Jobs bei Zulieferern, Handwerk, Dienstleistern und im Mittelstand.
Und genau deshalb reicht es jetzt nicht mehr, wenn Hänschen nach Zwickau fährt.
Jetzt muss Hans ran.
Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den Menschen im vergangenen Herbst öffentlich versichert, dass der Standort Zwickau sicher sei. Er erklärte damals, Vorstand und Aufsichtsrat von Volkswagen hätten ihm entsprechende Zusagen gegeben. Viele Beschäftigte haben darauf vertraut.
Wenn nun plötzlich Berichte auftauchen, wonach ausgerechnet Zwickau auf einer möglichen Streichliste stehen soll, dann kann sich der Ministerpräsident nicht hinter seinem Wirtschaftsminister verstecken.
Jetzt muss Michael Kretschmer selbst nach Wolfsburg fahren. Jetzt muss er den VW-Vorstand an den Tisch holen. Jetzt muss er Antworten einfordern – und zwar öffentlich.
Denn eines darf nicht passieren: Dass wieder wochenlang spekuliert wird, während die Beschäftigten jeden Morgen mit der Angst zur Arbeit fahren.
Zwickau ist nicht irgendein Werk. Der Standort wurde mit Milliardeninvestitionen zur Vorzeigefabrik für Elektromobilität umgebaut. Wenn selbst dieser Standort plötzlich zur Disposition steht, wäre das ein verheerendes Signal – weit über Sachsen hinaus.
Deshalb gilt jetzt: Das ist kein Termin für den Wirtschaftsminister. Das ist Chefsache.
Oder anders gesagt: Jetzt ist Hans gefragt – nicht Hänschen.
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