Ein seit Jänner im Iran inhaftierter japanischer Staatsbürger ist nach Angaben der Regierung in Tokio wieder auf freiem Fuß. Das teilte der Sprecher der japanischen Regierung, Minoru Kihara, am Dienstag mit.
Demnach habe die japanische Botschaft in Teheran bestätigt, dass der Mann, der am 20. Jänner festgenommen worden war, am Montag freigelassen wurde.
Nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo handelt es sich bei dem Betroffenen um den Leiter des Teheran-Büros des japanischen öffentlich-rechtlichen Senders NHK.
Journalist saß offenbar im berüchtigten Ewin-Gefängnis
Japanischen Medienberichten zufolge war der Journalist nach seiner Festnahme in das berüchtigte Ewin-Gefängnis in Teheran gebracht worden – ein Gefängnis, das international seit Jahren für politische Inhaftierungen, harte Haftbedingungen und zahlreiche Menschenrechtsvorwürfe bekannt ist.
Regierungssprecher Kihara erklärte, der japanische Botschafter im Iran habe den freigelassenen Mann bereits persönlich getroffen und sich davon überzeugt, „dass er bei guter Gesundheit ist“.
Die Umstände der Festnahme sowie die Gründe für die Inhaftierung wurden zunächst nicht näher erläutert.
Zweiter Fall innerhalb weniger Wochen
Die Freilassung ist bereits der zweite bekannte Fall innerhalb kurzer Zeit: Erst im März hatte die japanische Regierung mitgeteilt, dass ein weiterer japanischer Staatsbürger im Iran freigekommen sei.
Die erneute Entlassung dürfte in Tokio als diplomatischer Erfolg gewertet werden – gerade vor dem Hintergrund der angespannten Lage in der Region.
Tokio sucht direkten Draht nach Teheran und Washington
Japans Regierungschefin Sanae Takaichi kündigte unterdessen an, dass Vorbereitungen für ein Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian laufen.
„Wir müssen sowohl mit den USA als auch mit dem Iran kommunizieren“, sagte Takaichi vor dem japanischen Parlament. Deshalb strebe ihre Regierung Gespräche mit den Präsidenten beider Länder an.
Damit signalisiert Tokio, dass Japan in der aktuellen Krisenlage nicht nur um die Sicherheit eigener Staatsbürger bemüht ist, sondern auch diplomatisch stärker zwischen den Konfliktparteien vermitteln oder zumindest im Gespräch bleiben will.
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