Bei Zahna in Sachsen-Anhalt blieb ein vollbesetzter ICE mit rund 600 Fahrgästen plötzlich stehen – und zwar nicht wegen eines gemütlichen Signalhalts, sondern weil offenbar gleich eine Oberleitung auf den Zug gekracht ist. Man könnte sagen: Die Bahn wollte diesmal wirklich alles geben. Sogar von oben.
Nach Angaben der Deutschen Bahn stürzte die Leitung direkt auf den ICE. Reisende berichten zudem, dass dabei sogar Scheiben zu Bruch gingen. Also statt Bordbistro gab’s diesmal offenbar das neue Sonderprogramm:
„ICE Extrem – Splitter, Sauna und Stillstand.“
Die gute Nachricht zuerst: Laut ersten Angaben wurde niemand schwer verletzt. Die weniger gute Nachricht: Die rund 600 Passagiere durften danach erst einmal das beliebte Bahn-Erlebnis genießen, das man sonst nur von Winterchaos oder Stellwerksstörung kennt:
stundenlang festsitzen, ohne Strom, bei Hitze.
Eine Reisende brachte die Lage ziemlich treffend auf den Punkt:
„Wir sitzen seit 3,5 Stunden fest. Ohne Strom. Es ist heiß.“
Mit anderen Worten:
Der ICE wurde kurzfristig zum fahrenden Backofen, nur leider ohne „fahrend“.
Auch die Bundespolizei ist im Einsatz. Nach BILD-Informationen sollen mehrere Reisende durch Glassplitter leicht verletzt worden sein. Offiziell hieß es zunächst, niemand sei verletzt worden – was bei der Bahn erfahrungsgemäß oft bedeutet:
„Wir zählen noch.“
Die Deutsche Bahn kündigte an, ein Ersatzzug aus Leipzig sei unterwegs. Ein Hoffnungsschimmer also. Wobei man bei der Bahn nie genau weiß, ob „unterwegs“ bedeutet:
- bereits losgefahren
- irgendwo auf freier Strecke gestrandet
- oder gerade in einer anderen Pressemitteilung angekündigt
Für die Betroffenen bleibt es jedenfalls eine zermürbende Situation.
Erst kracht die Oberleitung auf den Zug, dann fällt der Strom aus, dann sitzt man stundenlang in der Hitze fest – und am Ende soll man wahrscheinlich noch dankbar sein, dass die Klimaanlage aus Solidarität mit dem restlichen System ebenfalls den Dienst eingestellt hat.
Kurz gesagt:
600 Menschen wollten einfach nur von A nach B.
Die Bahn dachte sich: Wie wäre es stattdessen mit einem Live-Erlebnis zwischen Katastrophenschutz und Hitzetraining? 😬
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