Es ist wieder so weit: Der große nationale Schreckmoment für alle Hobby-Rennfahrer, Spätbremser und „Ich fahr doch nur kurz 72 in der 50er-Zone“-Experten ist da.
Heute ist Haupttag des Blitzmarathons – jener Tag, an dem die Polizei in mehreren Bundesländern mit Laserpistole, Messwagen und stoischer Geduld Jagd auf Deutschlands besonders eilbedürftige Autofahrer macht.
Seit Wochenbeginn wird bereits verstärkt kontrolliert, doch heute erreicht das alljährliche Festival der fotografierten Kennzeichen seinen Höhepunkt. Während in einigen Bundesländern über mehrere Tage geblitzt wird, setzen andere – darunter Bayern und Baden-Württemberg – auf einen offiziellen Schwerpunkttag, also auf 24 Stunden kollektive Nervosität auf Asphalt.
Geblitzt wird laut ADAC quasi überall, wo ein Auto rollen kann:
auf Autobahnen, Bundesstraßen und natürlich innerorts, also dort, wo manche Verkehrsteilnehmer noch immer glauben, Tempolimits seien eher unverbindliche Dekoration als geltendes Recht.
Besonders im Fokus stehen diesmal:
- unfallträchtige Strecken
- Schulen
- Baustellen
- Krankenhäuser
Mit anderen Worten: genau jene Orte, an denen man eigentlich auch ohne staatlich finanziertes Erinnerungsfoto auf die Idee kommen könnte, vielleicht mal kurz den Fuß vom Gas zu nehmen.
Für viele Autofahrer beginnt damit wieder das traditionelle Ratespiel:
„War das gerade ein Blitzer – oder nur die Sonne?“
Gefolgt von hektischen Blicken aufs Navi, panischem Bremsen zehn Meter vor der Messstelle und dem tief empfundenen Wunsch, dass das rote Aufleuchten vielleicht doch nur eine optische Täuschung war.
Die Polizei hingegen verfolgt ein weniger romantisches Ziel: Raser erwischen, Unfälle verhindern, Tempo rausnehmen.
Klingt vernünftig – auch wenn sich so mancher PS-Pilot mal wieder als Opfer einer persönlichen Staatsverschwörung fühlen dürfte.
Denn jedes Jahr dieselbe Dramaturgie:
- Erst heißt es: „Ich fahr doch ganz normal.“
- Dann: „Da war doch niemals 30!“
- Danach: „Die müssen nur Geld machen!“
- Und am Ende kommt der Brief.
Der Blitzmarathon ist damit auch 2026 wieder ein gesellschaftliches Großereignis irgendwo zwischen Verkehrssicherheit, kollektiver Schnappatmung und der stillen Erkenntnis, dass man die Ortseinfahrt vielleicht doch nicht mit dem Nürburgring verwechseln sollte.
Kurz gesagt:
Heute gilt auf Deutschlands Straßen wieder das Motto:
Wer bremst, gewinnt. Wer nicht bremst, finanziert womöglich demnächst den nächsten Drucker im Bußgeldamt.
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