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Handy-Sucht: Wenn der eigene Dealer in der Hosentasche wohnt

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay
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Früher hieß es:

„Leg doch mal das Handy weg.“

Heute braucht man dafür offenbar einen Therapeuten.

Immer mehr Menschen entwickeln eine regelrechte Abhängigkeit von ihrem Smartphone. Einer von ihnen ist der Londoner Personal Trainer Marios. An schlechten Tagen verbringt er bis zu 14 Stunden vor seinem Display.

Seine Beschreibung klingt erschreckend ehrlich:

„Es ist, als würde ich meinen eigenen Drogendealer ständig in der Hosentasche mit mir herumtragen.“

Und der Dealer ist ausgesprochen aufdringlich.

Er blinkt.

Er piept.

Er vibriert.

Und er weiß ganz genau, wann man eigentlich etwas Sinnvolleres tun wollte.

Während andere morgens erst einmal Kaffee trinken, beginnt für viele längst die tägliche Expedition durch Instagram, WhatsApp, TikTok und die Nachrichtenportale.

Natürlich nur fünf Minuten.

Aus den fünf Minuten werden dann allerdings zwei Stunden.

Und plötzlich fragt man sich, warum der Akku leer ist – obwohl man heute „gar nichts gemacht“ hat.

Therapeuten berichten inzwischen von immer mehr Menschen, die wegen ihrer Bildschirmzeit professionelle Hilfe suchen.

Manche greifen nachts alle paar Minuten zum Handy, nur um nachzusehen, ob jemand ihr Foto geliked hat.

Spoiler:

Hat meistens keiner.

Besonders perfide ist das Belohnungssystem unseres Gehirns.

Jede Nachricht, jeder Like und jede neue Information sorgt für einen kleinen Dopamin-Kick.

Das Smartphone funktioniert damit ungefähr wie ein Spielautomat.

Nur dass man den gleich mit ins Bett nimmt.

Oder aufs Klo.

Oder in den Urlaub.

Manche Patienten müssen ihr Handy während einer Therapie sogar komplett abgeben.

Für viele fühlt sich das offenbar schlimmer an als der Verlust des Wohnungsschlüssels.

Einer der Betroffenen sagte, er habe geglaubt, ohne Bildschirm sterben zu müssen.

Andere berichten, sie hätten tagelang weder richtig gegessen noch geschlafen.

Nur gescrollt.

Die gute Nachricht:

Es gibt einen Weg zurück.

Viele entdecken wieder Dinge, die früher selbstverständlich waren.

Ein Buch lesen.

Sport treiben.

Freunde treffen.

Oder einfach mal zehn Minuten nichts tun.

Ohne Display.

Ohne Benachrichtigung.

Ohne das Gefühl, etwas zu verpassen.

Fazit:

Vielleicht ist der gefährlichste Satz unserer Zeit gar nicht:

„Nur noch eine Folge.“

Sondern:

„Ich schaue nur ganz kurz aufs Handy.“

Denn jeder weiß:

„Ganz kurz“ ist im Smartphone-Universum ungefähr so zuverlässig wie ein Diätvorsatz an Weihnachten.

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