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Großaktionär fordert radikalen Umbau bei ERWE Immobilien AG

succo (CC0), Pixabay
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Bei der angeschlagenen ERWE Immobilien AG steht ein massiver Eingriff in die Unternehmensstruktur bevor. Großaktionär Elbstein AG aus Hamburg hat für die außerordentliche Hauptversammlung am 2. Juni 2026 mehrere weitreichende Ergänzungen zur Tagesordnung beantragt – darunter eine drastische Kapitalherabsetzung, ein Aktienschnitt im Verhältnis 7:1 und anschließend eine neue Kapitalerhöhung.

Die Elbstein AG hält nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Aktien an ERWE und kommt damit auf einen bedeutenden Anteil am Unternehmen. Nun will der Investor die finanzielle und strukturelle Neuordnung der Immobiliengesellschaft vorantreiben.

Aktien werden zusammengelegt

Der wohl auffälligste Punkt:
Die Zahl der ERWE-Aktien soll massiv reduziert werden.

Zunächst sollen sechs Aktien eingezogen werden – ein eher technischer Schritt. Anschließend ist jedoch eine ordentliche Kapitalherabsetzung geplant. Dabei sollen jeweils sieben alte Aktien zu einer neuen Aktie zusammengelegt werden.

Für Aktionäre bedeutet das:
Wer bislang beispielsweise 700 Aktien besitzt, hätte nach der Maßnahme nur noch 100 Aktien im Depot. Der Gesamtwert verändert sich dadurch theoretisch zunächst nicht, allerdings steigt rechnerisch der Kurs pro Aktie.

Solche Maßnahmen gelten an der Börse oft als Versuch, extrem niedrige Aktienkurse optisch und technisch wieder auf ein höheres Niveau zu bringen.

Warum ERWE diesen Schritt gehen könnte

Laut Antrag soll die Maßnahme helfen, den Börsenkurs „nachhaltig über dem Mindestausgabebetrag“ neuer Aktien zu stabilisieren und künftige Kapitalmaßnahmen flexibler zu machen.

Übersetzt heißt das:
Die Gesellschaft möchte offenbar verhindern, dass neue Aktien zu Mini-Preisen ausgegeben werden müssen.

Gerade bei angeschlagenen Immobilienunternehmen sind solche Reverse-Splits in den vergangenen Jahren häufiger geworden.

Danach soll frisches Geld eingesammelt werden

Direkt nach dem Aktienschnitt plant Elbstein eine neue Kapitalerhöhung.

Bis zu rund 350.000 neue Aktien könnten ausgegeben werden. Bestehende Aktionäre sollen ein Bezugsrecht erhalten:
Für zehn alte Aktien darf jeweils eine neue Aktie gekauft werden.

Der Ausgabepreis soll mindestens bei einem Euro liegen.

Mit der Kapitalmaßnahme könnte frisches Geld in die Gesellschaft fließen – dringend benötigtes Kapital, nachdem viele Immobilienunternehmen zuletzt massiv unter hohen Zinsen, Bewertungsverlusten und Finanzierungsproblemen litten.

Auch Jahresabschluss 2023 steht auf der Agenda

Zusätzlich verlangt Elbstein die Vorlage des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2023.

Außerdem sollen Vorstand und Aufsichtsrat entlastet werden.

Das zeigt:
Die Aufarbeitung der vergangenen Geschäftsjahre spielt bei ERWE weiterhin eine wichtige Rolle.

Hintergrund: Schwierige Lage vieler Immobilienfirmen

Die Immobilienbranche kämpft seit Jahren mit steigenden Finanzierungskosten, sinkenden Bewertungen und Problemen bei Anschlussfinanzierungen.

Besonders kleinere Projektentwickler und Gewerbeimmobilien-Unternehmen gerieten unter Druck.

Kapitalschnitte und neue Kapitalerhöhungen gelten deshalb inzwischen fast schon als Standardwerkzeug zur Sanierung angeschlagener Börsenfirmen.

Ob die Aktionäre den weitreichenden Plänen zustimmen, entscheidet sich auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 2. Juni in Frankfurt.

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