In der türkischen Stadt Gaziantep dreht sich fast alles um eine kleine grüne Nuss mit Superstar-Status: die Pistazie.
Hier ist sie nicht einfach nur Snack oder Backzutat – sie ist Religion, Wirtschaftsfaktor und Lebensgefühl zugleich. Die Menschen nennen sie liebevoll „grünes Gold“. Und wer einmal echte Gaziantep-Baklava probiert hat, versteht schnell warum.
Schon früh morgens duftet die Altstadt nach Butter, Sirup und frisch gebackenem Teig. Während andere Städte mit Kaffee wach werden, startet Gaziantep offenbar direkt mit Pistazien-Baklava und einem Liter Zuckerrausch in den Tag.
Besonders begehrt sind die Pistazien, die Wochen vor der eigentlichen Ernte gepflückt werden. Sie sind kleiner, intensiver grün und geschmacklich offenbar so wertvoll, dass Bäcker ganze Plantagen aufkaufen, sobald die erste Pistazie „perfekt“ schmeckt.
Denn ohne diese Pistazien gäbe es die berühmte Katmer nicht:
Ein knuspriges Frühstücksgebäck mit Pistazienfüllung und dicker Sahnecreme.
Ja, Frühstück.
In Gaziantep startet man den Tag offenbar nicht mit Müsli, sondern direkt mit Dessert.
Traditionell essen frisch verheiratete Paare Katmer am Morgen nach der Hochzeit. Die Idee dahinter:
Wer süß isst, spricht auch süß miteinander.
Eine Theorie, die vermutlich viele deutsche Ehen gerettet hätte.
Gaziantep gilt als eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte der Welt. Schon vor Tausenden Jahren wurden hier Pistazien verarbeitet. Heute stammen noch immer mehr als 70 Prozent der türkischen Pistazien aus der Region.
Die Stadt hat ihrer Lieblingszutat sogar ein eigenes Pistazien-Museum gebaut.
Natürlich in Pistazienform.
Das ist ungefähr die Art von Hingabe, mit der andere Länder Fußballstadien bauen.
In den Basaren stapeln sich Pistazienberge, grüne Süßigkeiten und neonleuchtende „Fıstık“-Schilder.
„Fıstık“ bedeutet Pistazie – wird aber gleichzeitig auch als Kompliment benutzt.
Wer also in Gaziantep „Du bist wie eine Pistazie“ hört, sollte sich geehrt fühlen.
Der unangefochtene König der Stadt bleibt allerdings die Baklava.
Viele halten die Version aus Gaziantep für die beste der Welt.
Dünnster Teig, literweise Butter, süßer Sirup und unfassbare Mengen Pistazien machen das Gebäck dort fast zu einer Wissenschaft.
Einige Bäcker trainieren fünf Jahre, bis sie offiziell als Baklava-Meister gelten.
In anderen Ländern studiert man Medizin.
In Gaziantep perfektioniert man eben hauchdünnen Teig.
Und ganz ehrlich:
Das klingt nach deutlich weniger Stress.
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