Wer in diesem Sommer nach Griechenland fliegt, sollte sich auf einiges einstellen: Sonne, Strand, Gyros, Ouzo – und neuerdings auf einen ziemlich schlecht gelaunten Einwanderer aus dem Indischen Ozean.
Der Hasenkopf-Kugelfisch hat offenbar beschlossen, dass das Mittelmeer der schönste Ort für einen Dauerurlaub ist. Seit Jahren breitet sich der giftige Fisch aus, frisst Fischern die Netze leer, knabbert sie gleich mit kaputt und sorgt dafür, dass selbst erfahrene Meeresbiologen gelegentlich die Stirn runzeln.
Als wäre das nicht genug, scheint der kleine Störenfried inzwischen auch Gefallen an Badegästen gefunden zu haben. Medien berichteten zuletzt sogar über eine Frau, die angeblich am Hals gebissen wurde. Ob der Fisch einfach schlechte Laune hatte oder nur testen wollte, wie Touristen schmecken, bleibt offen.
Die Griechen reagieren inzwischen mit bemerkenswertem Pragmatismus. Wo andere Warnschilder aufstellen, werden einfach kilometerlange Netze ins Meer gespannt. Offiziell sollen sie Kugelfische und Quallen fernhalten. Inoffiziell hoffen vermutlich alle, dass auch der eine oder andere laut telefonierende Kreuzfahrtgast draußen bleibt.
Weil der Fisch sich trotz aller Bitten nicht freiwillig verabschiedet, zahlt der Staat jetzt sogar Fangprämien. Mehr als fünf Euro pro Kilo gibt es für jeden gefangenen Hasenkopf. Man könnte also sagen: Der Fisch ist inzwischen der einzige Urlauber, für dessen Abreise es Geld gibt.
Ganz los wird Griechenland den ungebetenen Gast allerdings wohl nicht mehr. Selbst der Landwirtschaftsminister gibt sich keinen Illusionen hin: Ausrotten? Keine Chance. Eindämmen? Vielleicht. Mit anderen Worten: Der Kugelfisch hat sich offenbar eine Ferienwohnung mit Meerblick gekauft.
Naturschützer sehen darin allerdings weniger eine Urlaubsposse als ein ernstes Warnsignal. Die steigenden Wassertemperaturen machen das Mittelmeer für immer mehr invasive Arten attraktiv. Während Urlauber noch über Sonnencreme und Liegenreservierung diskutieren, verändert sich das Ökosystem Stück für Stück.
Bleibt also nur eine gute Nachricht: Der Hasenkopf-Kugelfisch ist zwar giftig – aber immerhin reserviert er morgens keine Sonnenliegen mit Handtüchern.
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