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Gouverneur von Sinaloa tritt nach US-Drogenanklage zurück

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Der Gouverneur des mexikanischen Bundesstaates Sinaloa, Rubén Rocha Moya, zieht sich vorerst aus dem Amt zurück – wenige Tage nachdem ihn US-Behörden wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Drogenkartell der „Chapitos“ angeklagt hatten.

Das Parlament des Bundesstaates genehmigte seinen Antrag auf Beurlaubung und setzte die bisherige Innenministerin Sinaloas, Yeraldine Bonilla Valverde, als Interims-Gouverneurin ein.

Schwere Vorwürfe aus den USA

Die US-Justiz wirft Rocha Moya sowie neun weiteren aktuellen und ehemaligen mexikanischen Spitzenbeamten vor, ein Netzwerk rund um die Söhne des früheren Kartellbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán unterstützt zu haben.

Laut der in New York veröffentlichten Anklage soll Rocha Moya bereits vor seiner Wahl 2021 Treffen mit den sogenannten „Chapitos“ abgehalten haben. Dabei habe er zugesichert, im Falle eines Wahlsiegs kartellfreundliche Beamte in Schlüsselpositionen zu bringen.

Noch brisanter:
Mitglieder des Kartells sollen laut US-Ermittlern Wahlurnen gestohlen, politische Gegner eingeschüchtert oder entführt haben, um Rocha Moya den Sieg zu sichern.

Rocha weist alle Vorwürfe zurück

In einer Videobotschaft erklärte der Gouverneur am Freitagabend, sein Gewissen sei „rein“. Sein Rückzug solle den mexikanischen Behörden ermöglichen, ungehindert zu ermitteln.

„Ein ganzes Leben voller Arbeit steht hinter meinen Worten“, sagte Rocha.

Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft erklärte allerdings kurz zuvor, derzeit gebe es nicht genügend Beweise, um Rocha Moya vorläufig für ein Auslieferungsverfahren an die USA festzunehmen.

Gleichzeitig kündigte die Behörde an, weitere Unterlagen aus den Vereinigten Staaten anzufordern.

Präsidentin Sheinbaum unter Druck

Der Fall bringt auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zunehmend unter Druck. Rocha Moya gehört ihrer Partei Morena an und galt bislang als enger Verbündeter der Regierung.

Sheinbaum erklärte auf einer Pressekonferenz, ihre Regierung werde niemanden schützen, der Straftaten begangen habe. Über mögliche Ermittlungen müsse jedoch allein die Generalstaatsanwaltschaft entscheiden.

Zugleich kritisierte sie erneut den wachsenden Druck aus Washington. Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus werfen US-Behörden Mexiko regelmäßig vor, zu wenig gegen organisierte Kriminalität zu unternehmen.

Millionen für Schutz des Kartells?

Die US-Ankläger werfen den beschuldigten Politikern vor,

  • den Schmuggel von Fentanyl und Kokain in die USA ermöglicht zu haben,
  • Kartellmitglieder vor Ermittlungen geschützt zu haben,
  • und Gewalt im Zusammenhang mit dem Drogenhandel geduldet zu haben.

Im Gegenzug sollen Millionenbeträge geflossen sein.

Machtkampf innerhalb des Sinaloa-Kartells

Nach der Festnahme von „El Chapo“ zerfiel das Sinaloa-Kartell in rivalisierende Fraktionen:

  • die „Chapitos“ unter Führung seiner Söhne,
  • sowie die Gruppe um Ismael „El Mayo“ Zambada.

Mehrere Chapitos-Mitglieder wurden bereits an die USA ausgeliefert und bekannten sich schuldig. Andere sind weiterhin auf der Flucht.

Auch Zambada selbst wurde 2024 in die USA gebracht und belastete später Rocha Moya indirekt. Er behauptete, der Gouverneur sei in ein Treffen verwickelt gewesen, das letztlich zu seiner Festnahme führte.

Rocha wies diese Darstellung damals entschieden zurück.

Der Fall gilt inzwischen als einer der politisch explosivsten Kartellskandale Mexikos seit Jahren – und könnte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Mexiko weiter verschärfen.

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