Im Fall der berüchtigten Gilgo-Beach-Mordserie auf Long Island bahnt sich eine neue, brisante Wendung an. Der mutmaßliche Serienmörder Rex Heuermann soll nach Informationen aus dem Umfeld des Verfahrens am Mittwoch vor Gericht ein weiteres Schuldgeständnis ablegen – diesmal im Zusammenhang mit dem Tod eines achten Opfers.
Der 62-jährige Architekt aus New York war im Jahr 2023 festgenommen worden und steht seitdem im Zentrum eines der aufsehenerregendsten Serienmordfälle der USA. Bislang hatte Heuermann in sieben Mordfällen auf nicht schuldig plädiert. Nun soll er nach Angaben von Opferanwälten jedoch im Fall von Karen Vergata ein Geständnis ablegen.
Karen Vergata war 1996 am Valentinstag verschwunden. Sie galt lange als namenloses Opfer des Grauens, denn ihre sterblichen Überreste waren nur teilweise gefunden worden. Erst im Jahr 2023 konnte ihre Identität endgültig geklärt werden. Sie war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens mutmaßlich 34 Jahre alt.
Die Ermittlungen zur Mordserie von Gilgo Beach hatten bereits 2010 internationale Aufmerksamkeit erregt, als auf Long Island menschliche Überreste von bis zu 18 Personen entdeckt wurden. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass sich die Taten über viele Jahre erstrecken – möglicherweise bereits seit 1996.
Besonders erschütternd: Viele der Opfer wurden unweit von Heuermanns Wohnort auf Long Island gefunden. Bei den Frauen handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen überwiegend um Personen, die zum Zeitpunkt ihres Todes im Umfeld von Sexarbeit tätig waren.
Heuermann war zunächst wegen der Morde an Melissa Barthelemy (24), Megan Waterman (22) und Amber Costello (27) angeklagt worden. Im Laufe der folgenden Monate kamen weitere Anklagen hinzu – darunter die Fälle Maureen Brainard-Barnes (25), Jessica Taylor (20), Valerie Mack (24) und Sandra Costilla (28).
Besonders belastend für den Angeklagten ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Dokument, das Ermittler bei ihm gefunden haben wollen. Darin soll Heuermann mutmaßlich eine Art Planungsübersicht für seine Taten angelegt haben – mit Spalten wie „Probleme“ und „Materialien“. Unter „Probleme“ seien unter anderem Begriffe wie DNA, Reifenspuren und Blutflecken aufgeführt worden. Laut Staatsanwaltschaft fanden sich darin zudem Hinweise auf mögliche Tötungsmethoden und Erkenntnisse aus früheren Verbrechen.
Im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmten die Behörden außerdem hunderte elektronische Geräte sowie rund 300 Schusswaffen aus seinem Haus.
Die Staatsanwaltschaft von Suffolk County kündigte bereits für Mittwoch nach dem Gerichtstermin eine Pressekonferenz an. Dort wolle man eine „bedeutende Entwicklung“ in den Ermittlungen bekanntgeben.
DieBewertung meint
Der Fall Gilgo Beach ist längst mehr als nur ein Kriminalfall – er ist ein erschütterndes Symbol dafür, wie viele Opfer über Jahre im Schatten verschwinden konnten, ohne dass jemand hinsah. Sollte Rex Heuermann nun auch im Fall von Karen Vergata ein Geständnis ablegen, wäre das ein weiterer schwerer Baustein in einem Verbrechen, das Amerika seit Jahren verfolgt. Besonders bitter bleibt: Karen Vergata wurde 1996 ermordet – und lange Zeit schien es, als hätte sie niemand vermisst. Genau das macht diesen Fall so unfassbar traurig.
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