Ein US-Gericht hat am Dienstag einen Eilantrag von Elon Musk abgelehnt, der den Übergang von OpenAI zu einem gewinnorientierten Unternehmen vorerst stoppen wollte. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers begründete ihre Entscheidung damit, dass Musk nicht die „hohen Anforderungen“ für eine einstweilige Verfügung erfüllt habe. Gleichzeitig ordnete sie jedoch ein Schnellverfahren für den Herbst an, da die Klage ein „erhebliches öffentliches Interesse“ betreffe.
Elon Musk, der OpenAI 2015 als gemeinnützige Organisation mitbegründete, aber später ausstieg, wirft OpenAI und CEO Sam Altman vor, vom ursprünglichen Ziel „KI zum Wohle der Menschheit“ abgerückt zu sein und stattdessen Profitinteressen in den Vordergrund zu stellen.
OpenAI weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass die Umwandlung in eine gewinnorientierte Struktur notwendig sei, um mehr Kapital zu sichern und im teuren KI-Wettbewerb bestehen zu können. Das Unternehmen begrüßte die Entscheidung des Gerichts und bezeichnete Musks Klage als reinen Konkurrenzkampf – schließlich hatte Musk 2023 sein eigenes KI-Startup xAI gegründet.
Die gerichtliche Entscheidung kommt wenige Wochen, nachdem Altman ein Übernahmeangebot von 97,4 Milliarden Dollar aus einem von Musk geführten Konsortium mit einem klaren „Nein, danke“ ablehnte.
Parallel dazu laufen laut Reuters Verhandlungen mit SoftBank, die eine Investition von bis zu 40 Milliarden Dollar in OpenAI planen – bei einer geschätzten Bewertung von 300 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: xAI strebt derzeit eine Bewertung von 75 Milliarden Dollar an.
Musks Anwalt Marc Toberoff zeigte sich dennoch zufrieden, dass das Gericht ein beschleunigtes Verfahren angesetzt hat. „Wir freuen uns darauf, vor einer Jury zu beweisen, dass Altman Musks gemeinnützige Beiträge für die Allgemeinheit zweckentfremdet hat“, so Toberoff.
Das Urteil stellt einen Rückschlag für Musk dar, doch mit dem Schnellverfahren im Herbst bleibt der Rechtsstreit um OpenAI und die Zukunft der Künstlichen Intelligenz hochbrisant.
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